Dienstag, 5. März 2019
Hey Babes! Wär doch schade
nicht weiter zu schreiben.
Dumme, Nazis, Arschlöcher, aufgepasst! Ihr dürft hier nicht rein. Und nicht mal reinschnuppern. Hier gibts keine Scheiße.
Liebe&Positiv
STANDARD
whang

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Freitag, 21. April 2017
alter text von hier
gerade in ein paar blogs und davor der heutigen agenda der hiesigen schweinemistfabriken von A bis SZ rumgelesen und wieder mal die Erfahrung gemacht, dass auch und gerade so was aphysikalisch abstraktes wie text nicht nur ähnlich wirken kann wie sogenannte Lebens- und Genussmittel, sondern eben nicht nur ähnlich sondern ziemlich genau so effektiv wirkt. Kaum hast du paar Zeilen von irgendeinem dumpfbackigen spon-Hausphrasendrescher im Kopf oder so eine koexistenziell "Regression!,Regression! brüllende Momentaufnahme aus so einem Bio-Logbuch irgendeiner ebenso verhaltensgestört wie kommunikativ durchs Angestelltenleben irrenden Tochter aus dem alten Mittelbau der alten Deutschland A.G., und du hast den üblen Geschmack von etwas Schlechtem, für einen nicht Richtigem, offenbar falsch gemachtem kurzum: von einer völlig verpfuschten Sache im Mund und – du merkst wie dir auch langsam aber sicher schlecht werden wird, wenn du das Zeug nicht sofort wegklickst und zu den Seiten, die eben nicht Müll sind, sondern tatsächlich interessant. Bei Büchern gings mir immer schon so. Deshalb hab ich mir bisher nur an die 20, maximal 30 gekauft und auch nur ein paar hundert wirklich gelesen; mindestens ebenso viele habe ich nach 10 Seiten, und zahllos viele schon nach dem ersten absatz sofort weg gelegt oder geschmissen, weil das, was mir da einer oder eine zwischen zwei Buchdeckeln auftischen wollte schlicht und einfach unerträglich oder selbstgefälliger Literaten-Quatsch war, und auch noch auf unerhört dumme Art bemüht, über genau diese eine einzige ihm genuine Eigenschaft und Existenzgrundlage hinwegzutäuschen bzw. zu lügen. Bei den Netzsachen konnte ich anfangs – also ab mitte der 90er, als mit den e-mails und sms dieses neue digitale Medien-Ding, das dem großen theoretischen Begriff Massenkommunikation endlich mal wirklich praktisch entsprochen hat und seither auch gerecht wird, binnen kürzester Zeit explodiert ist - natürlich nicht genug kriegen, denn da war natürlich alles erst mal nur neu und Form und Technik und also sinnvoll, sogar die hanebüchsten Blödheiten, langweiligsten Genesen, reaktionärsten Reflexionen, die da die aufbrechenden virtuellen Schreiber-Iche in ihre Rechner hackten. Mit der Zeit und spätestens seit Ausbruch der Big Krise 2007, als und mit der auch die sogenannten Blogs flächendeckend durchgesetzt und damit – wie zuvor der Rundfunk, das Fernsehen, der Deutsche Film, eben auch als Medium "von Deppen für Deppen" etabliert sind, gehts mir auch vor den Websites wie seinerzeit mit den Büchern. Was ich schlecht finde, finde ich nicht bloß schlecht, sondern schlicht unerträglich, ungesund und auf die Dauer Gift für meine Psyche. Natürlich nicht so arg und schlimm wie Haschpsychosen, ein schlechter Trip oder das Schnapsbesäufnis mit hartem billigem Fusel, aber fast und – anders sowie im Gegensatz zu diesen per Drugabuse induzierten Rauschzuständen, operiert die schlechte Wirkung von schlechtem Text nicht temporär, sondern permanent. "Gehypt und bleibt!" wie die Werbetexter sagen würden, wenn sie aus berufsbedingter Blindheit gegenüber echt jeder einzelnen schillernden Facette dessen, was richtiger Text ist, dieses Phänomen seiner eben genauso facettenreich einschlägigen Wirkungen erkennen könnten; aber PR-Fuzzis heißen ja genau deshalb PR-Fuzzis, weil sie außer "einschlägig", "Thema" und der Frage "Was machts?" ja überhaupt keine Ahnung von dieser Materie haben und schon gar nicht begreifen oder verstehen können, was so ein richtiger oder gar richtig guter Text in und mit einem Menschen anrichten kann und sowie oder was dieser geballte Scheißdreck eben anrichtet, den sie, aber eben nicht nur sie, sondern eben auch Nobelpreisträger in die Welt setzen und durch die Kanäle schleudern lassen. Und nachdem es sowas wie Kritik seit 1991 in diesem Land bekanntlich nicht mehr gibt als sog. Öffentlichkeit und deshalb niemand mehr darüber spricht, was so tagaus tagein im minutentakt publiziert wird, außer eben den Fuzzis und Frizzen bleibt einem am (anderen) Ende (der Herausgabe sowie der Zweit- und Drittverwertungsketten) der sogenannten zivilisationsästhetischen Produktion nur Intuition, der eigene persönliche Geschmack und – nein, nichts und! Es sind Geschmacksfragen. Anders lässt sich gegenwärtig Text nicht rezip- und auch kritisieren. Und deshalb wäre es mehr als gescheit, sich seinen Geschmack – so einer einen überhaupt noch hat oder je hatte – nicht verderben zu lassen, nicht wahr, so Oehler, so Karrer zu mir auf dem Weg von der Reichenbachbrücke zur Wittelbacherbrücke.
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Freitag, 24. Februar 2017
ANTIFA
JA!
Worte, die nicht erfunden wurden und mir und vllt auch dir einen Haufen Ärger erspart hätten:
Rentnernazis
Schlagerpop

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Freitag, 9. Januar 2015
Hey
2015!
Erster Witz des Jahres (genau genommen der 4. von 5, die mir der Herr Schütz vor ´npaar Stunden im alten b. erzählt hat:
Also, kurz nach der Wiedervereinigung, so Ende, 90, 91, sagen wir 94 oder 98, 99, 2000 als so langsam klar wurde, dass das mit Ost und West in Deutschland wahrscheinlich doch eher ohne blühende Landschaften, sondern im Dauerstreit enden würde, hieß es, einer muss es machen. Und da fuhr so eine deutsche Delegation aus Katholiken und Protestanten Roten und Grünen unter der Leitung von Heiner Geissler nach Südamerika und suchte (Achtung! Es ist ein Witz und keine Realität!) einen neuen Führer für Deutschland, damit die im Osten, die immer nur - und die im Westen überhaupt, jedenfalls. Der Führer lebte immer noch. Und zwar irgendwo im peruanischen Hochgebirge. Und eines Abends standen dann die neuen Deutschen in so einer luxuriösen Anden-Villa und besuchen Adolf Hitler, der so gesund wie Ersnt Jünger mit über Hundert in seinem Jakuzzi sitzt, links und rechts großbusige Weiber im Arm, und der deutschen Delegation auf ihre Frage, ob er ihnen helfen könne, siegessicher wie immer antwortet: "For sure, but this time I´ll not make mister nice guy, ready?"

(Und Fischers katholische Sekretäre werden rot vor Scham und dem Gelächter der anderen, die mit Heiner Geissler in den Pool steigen)

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Dienstag, 7. Oktober 2014
Am Rand
Vorgestern, Sonntag, war ich dann doch noch mal abends auf ein paar Mass draußen und hinterher noch im alten baader, wo kurz nach mir noch der alte GMD Bob Waggoner aufgeschlagen ist, der zufällig auch draußen war, jedoch auf dieser sogenannten "Alten" Bio-Wiesn, während ich lieber auf die echte ehrliche Original-19-Euro-1/2Hendl-Life-Is-Live-Oktoberfest-Dingens, jedenfalls: Nachdem ich vom GMD wissen wollte, ob er womöglich den alten Höhne mit seiner bildhübschen Ex-Assistentin in diesem sogenannten Herzkasperlzelt getroffen oder gesehen habe, wohin ich ihm nämlich so gegen neune per sms kurz migetteilt hatte, dass ich nach dem Ammer-Hendl noch zur Fischervroni rüberschaun wollte, wo wir uns dann eventuell treffen hätten können sollen, wenn die den Einlass ins Zelt nicht schon um Viertel nach Zehne geschlossen und meine Begleitung ihr halbes Hendl, aber ich mach´s kurz: Nein, sagt der GMD also im Baader, den Höhne habe er vor lauter Attwenger und Co. nicht gesehen, sondern bloß den Tino und den Süßmayr und die anderen Indi-Vips, die halt so am Indi-Vip-Tisch im Herzkasperlzelt beim obligatorischen Frei-Biermarken-Verzehr-Termin am letzten Wiesn-Sonntag zusammenhocken, aber eines würde ihn jetzt, nachdem er acht Jahre lang nicht mehr auf der Wiesn geswesen ist, nachdem er eben vor acht Jahren nach so einem Wiesnbesuch schwer abgestürzt und erst vier Tage später in irgendeinem fremden Bett aufgewacht sei ohne zu wissen, warum und wie er dorthingekommen und was in diesen vier Tagen alles passiert sein musste, jedenfalls: Also ihn würde schon interessieren, seit wann auf der Wiesn so unglaublich viele Bedienungen rumlaufen würden. Und das nicht nur in den Zelten, sondern auch draußen, und warum? Worauf mir bloß einfiel, dass das ja jetzt schon viel länger als acht Jahre so üblich und anscheinend Mode sei – und zwar in ganz Deutschland – freiwillig als Bierzelt-Bedienung rumzulaufen und das dann offenbar gezwungenermaßen total subba zu finden. Und ob ihm denn diese eigentlich noch lächerlicheren Horden von Sepplhosenträgern nicht auch aufgefallen wären, die ja noch viel nutzloser, danebener und sinnfreier auschauen würden als diese Massen von alten Weibern und jungen Dirndln in so Konfektions-Schützenlisl-Kostümerln. Und wie unglaublich fett und grob, aber gut: Über Geschmack braucht man da auch nicht mehr streiten. Es ist halt so scheißeschlecht wie es halt scheißeschlecht ausschaut. Und eben nicht nur diese Angestelltenseppenmode. Sondern alles! Passiert nur noch geisteskranke Scheiße zur Zeit! Braucht man gar nicht drüber reden! Iss so!
Und außerdem ist der Schmarrn ja jetzt auch Geschichte und bis zum nächsten vorletzten Septemberwochenende erst mal erledigt aus und vorbei und der GMD hoffentlich heuer wenigstens spätestens jetzt fehlerfrei daheim physisch und psychisch unversehrt angekommen. Zuletzt gesehen habe ich ihn Montag früh so gegen halbe sechse auf der Fraunhoferstr. Ecke Reichenbach, als diese drei (angeblichen) Wiener Kunst-Musiker, die uns im Flaschenöffner aufgegabelt hatten – nach dem total besoffenen Ami, der felsenfest behauptet hatte, er wäre Schotte und dabei kaum mehr gerade ausschauend stehen konnte – noch unbedingt in die Müllerstraße weiterziehen wollten, ich aber kurzentschlossen nach etwa 3 Sekunden Bedenkzeit plötzlich einfach sagte, na dann, gutnacht, mir langts, ich muss jetzt sofort ins Bett und ohne mich nochmal umzudrehen und nach dem GMD zu sehen schnurstracks heimgedackelt bin, bevor dieser Montag so richtig mit dem dämmern anfangen konnte.
Daheim am Schreibtisch hats dann gegraut und das hat sich dann den gesamten Tag über hingezogen. Aber das hebe ich mir für irgendwann später auf oder vergesse es besser lieber gleich und halte hier einfach den Rand.

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Montag, 27. Mai 2013
COMIC FESTIVAL 2013
Hinweis & Tipps

HEUTE, Dienstag, 28. Mai – ab 19.30 Uhr

VERNISSAGE COMICAZE & KOMIKAZE

@ Glockenbachwerkstatt, Blumenstr. 7, MUC

Zum Comicfestival München 2013 präsentieren sich der Münchner Verein Comicaze e.V. und die kroatische Künstlergruppe Komikaze in einer gemeinsamen Ausstellung in der Glockenbachwerkstatt.

Die Münchner Hälfte des gemischten Best-of kennt der eine oder andere und mit Sicherheit alle die den hier pressearbeitstechnisch wieder mal unentgeltlich supporteten Musikologen, Baader-DJ und once upon a time Mainshipper MP kennen aus den kostenlosen Heften, die in regelmäßigen Abständen erscheinen und in Kneipen ausliegen. Die streng schwarzweißen Arbeiten von Künstlern aus Kroatien, Serbien, Italien, Schweden etc., die auf der Website und in den Büchern von Kamikaze erscheinen, erinnern an klassische Underground-Comics.

Auf der Vernissage spielt die – wie der Musikologe wörtlich behauptet – sehr gute Münchner Postrockband Majmoon, deren Mitglieder teilweise vom Balkan stammen. Konzertbeginn ca. 21 h

An der Ausstellung beteiligte und anlässlich der Vernissage womöglich anwesende Komikaze-Künstler:
Aus Kroatien: Ivana Pipal, Bruno Tolic, Miran Krizanic, Ivana Armanini, Igor Hofbauer, Dunja Jankovic, Emil Jurcan, Goran Cvek, Mance, Miro Zupa, Filjio/Puma 34, Dalibor Baric, Vinko Baric, Miron Milic, Vanco Rebac
Aus Serbien: Aleksandar Opacic, Radovan Popovic, Danijel Savovic, Lazar Bodroza, Miroslav Lazendic, Septik, Seljak, Wostok
Außerdem: Anna Ehrlemark (Schweden), Dav Guedin (Frankreich), Craoman (Frankreich), Konig lu q (Schweiz), Norihiro Sekitani (Japan), BLU (Italien), Nina Bunjevac (Kanada)

Eintritt frei

Dazu noch:
Robert Crumb, Seyfried u. a. Veteranen & acts des sog. underground-comics im jüdischen Museum, Amerikahaus etc.

Alle Infos siehe Hauptprogramm unter
http://www.komikaze.hr/
http://www.comicfestival-muenchen.de/?page_id=91

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Montag, 20. Juni 2011
Veranstaltungshinweis
martin posset presents

Wostok – Barbaric Symphony
Comics, Paintings, Movies, Music
23. bis 26. Juni
in der Galerie Weltraum
Rumfordstraße 26, 80469 München

täglich 11 bis 19 Uhr
Eine offizielle Veranstaltung des Comicfestival München 2011, von balkanet.de und BalkanStrip2011

Mittwoch, 22. Juni, 19 Uhr
Galerie Weltraum
Feierliche Eröffnung und Präsentation des Comics „Aus dem Tagebuch eines Narren“.

Freitag, 24. Juni, 20 Uhr,
Galerie Weltraum:
„Werschetz Peaks“
Undergroundfilme aus Serbien

Samstag, 25. Juni, 12.30 Uhr ,
Bier & Oktoberfestmuseum (Sterneckerstraße 2, 80331 München):
Comic-Workshop mit Wostok: Lernt selbst zeichnen mit Wostok!

Samstag, 25. Juni, 22 Uhr,
Glockenbachwerkstatt (Blumenstr. 7, 80331 München):
Konzert: Tehno Muda (Digital Dub und Noise mit verrückten Samples und Visuals)
Clip: http://www.youtube.com/watch?v=OyAXuslZO3I
Interview: http://www.balkanet.de/Tehno_Muda

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Freitag, 13. Februar 2009
Blog
10. September 1999, 01:30, an Mark. F. /Frankfurt

GRUSS UND TEST

Liebe FAZ*,
wenn du das liest, ist der Zweck der Übung eigentlich schon erfüllt, weil ich imgrunde nur testen wollte, ob die Adresse richtig ist und die Maschinen funktionieren. Aber wenn du schon mal hier bist, sollst du auch eine kleine Geschichte aus München bekommen - vielleicht interessiert sie dich ja.
Du kommst in Hessen ja eher selten an eine AZ, deshalb wirst du wahrscheinlich auch nicht wissen, dass Frau Angela Böhm, Lokalreporterin dieses alten Revolverblattes mit Schwerpunkt Landtag, gerade Amok läuft und zur Zeit versucht, zusammen mit dem ebenfalls Amok laufenden Herrn Chefredakteur Dr. Uwe Zimmer, unseren MP Edi S. aus dem Amt zu kippen. Sauter, Bayerische Landesbank, Amigo, - das alte Lied. Kein Witz. Die Abendzeitung startete in der Wochenendausgabe eine waschechte Kampagne gegen unsere Regierung. (Artikel, Kolumne Seite drei, etc.) Und natürlich wird sie am kommenden Wochenende wieder schreiben, wie gut es uns allen im CSU-Freistaat geht und werden die AZ-Leser in gewohnter demokratischer Bierruhe nicht alles glauben, was in der Zeitung steht. Die Amigos kommen und gehen, die bayerische Staatsregierung bleibt. Soweit der offizielle und uninteressante Teil dieser ältesten, aller Münchner Geschichten.
Der lustige und interessante Hintergrund der Stoiber-story steht leider nicht in der AZ (und natürlich findest du ihn ebenso wenig in der SZ, in der ein Herr Stiller wie gewohnt im Lokalteil die CSU-Besitzstände vermittels dummer Anekdoten schont, weil für Innenpolitik bekanntlich Heribert Prantl zuständig ist, der freilich kreuzbrav kritisch zu seinem Ministerpräsidenten steht, da er doch den BK Schröder stützen muss ....). Und wenn du bis hierher bei der Sache warst und dich nicht etwa richtung irgendeiner www. pornworld. ausgeklickt hast, erfährst du jetzt diesen interessanten Teil und - wenn du so willst - das ganze Ausmaß der Affäre zur halben Wahrheit der AZ. Keine Sorge, ab jetzt fass ich mich kurz:
Während unser MP im Sommer 99 wochenlang wg. Sauter, wg. Landesbank und der Frage, wer dafür den Kopf hinhalten muss, schwer unter Beschuss stand und jenseits dieses Skandälchens und seiner öffentlichen Aufmischung ein paar ausgeschlafene Staatsanwälte in Augsburg und vor allem in Genf eine angeordnete Verhaftung des Waffenhändlers Karl-Heinz Schreiber in Kanada off record mit sonderbaren Geldtransfers einiger CSU-Spitzen und ihrer Amigos im bayerischen Verfassungschutz in Verbindung brachten (insbesonders mit dem ehemaligen Staatssekretär Pfahls, der sich einer ihm drohenden Festnahme durch Flucht entzogen hatte), befand sich Otto "the Wirtschaftsminister" Wiesheu in Urlaub. Und zwar ausgerechnet - in Kanada.
Warum ist das lustig? Lustig ist das, weil der Otto W. im Ministerium seit geraumer Zeit "überfällig" war und erst zurück nach München reiste, nachdem dieser K. H. Schreiber - verdächtigt der Steuerhinterziehung und Bestechung und möglicher Hauptbelastungszeuge in einem schwer in der Luft liegenden Verfahren gegen unsere Oberen - per Kautionszahlung wieder auf freiem Fuß stand.
Der Wirtschaftsminister verpasste wegen seines Engagements in Kanada sogar die erste Sitzung des Kabinetts nach der Sommerpause; sein Pressesprecher sprang schon Tage zuvor im Dreieck und informierte CSU-Kreise fragten sich ernsthaft, ob der Herr Staatsminister überhaupt noch mal nach München zurückkehren wollte oder vielleicht untertauchen würde wg. einer ihm durch die Waffenschiebergeschichte drohenden Strafverfolgung. - Gut. Jetzt ist Otto also wieder unter uns, pünktlich zur offiziellen Rehabilitierung des jungen Zwick durch die CSU, die - vertreten von Frau Stamm, nach Bad Griesbach zur 1000-Jahre Kurbad-Feier fahren muss - ich glaube kommenden Mittwoch, oder Donnerstag.
Wie? Nicht lustig? Uninteressant? Na dann frag doch mal in deiner Agentur nach, wo genau Herr Hombach mit wem welche Geschäfte in Kanada macht, oder gemacht hat? Vielleicht kommst du dann darauf, was an dem verlängerten Kanadaurlaub des Staatsministers Wiesheu so lustig ist - und was daran für Staatsanwälte so sehr von Interesse sein könnte, dass unser Revolverblatt lieber blindlings Amok läuft, anstatt darüber zu berichten.
(Du weißt, dass Waffenschieber Schreiber u. a. auch mit Airbussen gedealt hat, die bekanntlich auch in und mit NRW gebaut wurden/werden.)
In diesem Sinne - melde dich, wenn die Verbindung funktiert. Ein kurzes JA genügt.
Bis dahin schöne Grüße aus München
AO

ps Hier regiert zurzeit der schönste Spätsommer, Maria Einsiedel, Schyrenbad, sehr, sehr angenehm. Die Mädchen haben noch ihre luftig leichten sunshine-klamotten an, der Himmel ist so blau - also schon schön.
pps gerade erfahre ich, dass Frau Stamm doch nicht nach Griesbach fahren muss, weil es zuviel Tamtam im Vorfeld gibt. Aber dies nur nebenbei, als Beispiel, wie gesagt, für dieses ewig nichts sagende Grundrauschen, das in unseren Zeitungen von A bis Z die Seiten füllt. Wenn du wissen willst, woher in der neueren deutschen Geschichte wirklich der Wind weht, frag nach Hombach, Bodo Hombach. Womöglich weiß ja jemand in deiner deutschen Finanzmetropole, wie gut der B. H. den O. W. kennt, und beide diesen Waffenhändler K.-H. S.

*Name geändert

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Freitag, 31. Oktober 2008
Also sprach der Kritiker von WEISSGARNIX
Zitat WEISSGARNIX: „Die laufende Dividende aus einer Aktie dient in der Mehrzahl der Fälle der Bedienung irgendwelcher Zahlungsverpflichtungen, die mit dem Erwerb dieser Position eingegangen wurden: bei Pensionsfonds und Lebensversicherungen den laufenden Renten- und Schadensfallzahlungen, bei Investmentfonds der Bedienung von Auszahlungswünschen, bei Hedgefonds und industriellen Investoren der Bedienung von mehr oder weniger klassischen Krediten. Und selbst bei vielen Privatinvestoren werden mittels dieser laufenden Erträge Zahlungsverpflichtungen abgedeckt, etwa die des täglichen Lebensunterhalts.“ Zitat Ende

Das ist wohl das Argument, und es besagt eigentlich nur, dass die Dividende zur Stützung der unter dem nun schon fast ein Jahr andauernden Deleveraging leidenden assets beiträgt und deshalb ihre Ausschüttung vom Staat nicht unterbunden werden sollte.

Okay. Ich bin kein professioneller Buchhalter, sondern kenn mich nur in politischer Ökonomie a bisserl aus, und ich lass mich natürlich gern auch eines Besseren belehren, Herr Weissgarnix aaaahaber:

Wenn man davon absieht, dass die Revenuen aus Dividenden in der Regel nur zu einem Drittel zur Finanzierung der laufenden Investments verbucht werden, zwei Drittel jedoch als Rückstellungen oder Sondervermögen verwaltet werden, oder völlig unabhängig des von Dir, weissgarnix angeführten Schuldendienstes der Kapital-Eigner Verwendung finden, hättest du immerhin ein Drittel recht.

Da du freilich über diesen jeweils firmeninternen, buchhalterischen Sachverhalt hinaus ferner auch noch davon absiehst, dass die von den per Bailout subventionierten Instituten ausgeschütteten Dividenden im auch für dich günstigsten anzunehmenden Fall nur in zwei von drei Fällen auch wirklich an Aktionäre bezahlt werden, die diese Dividenden so wie von dir geschildert zur Finanzierung ihrer als Aktiva gehaltenen „Forderungen“ nutzen, weil eben nur maximal zwei Drittel dieser von den fraglichen Dividenden „betroffenen“ Aktionäre in den von dir genannten Fonds und Kapital-Gesellschaften tatsächlich involviert sind, wird auch dieses letzte dich ins Recht setzende Drittel deiner Argumentation hinfällig.
Ergebnis: Du hast also nicht mal ein bisschen recht, weissgarnix. Dein Plädoyer gegen Restriktionen des angebotsorientierten Kapital-Marktzirkus ist – wie man hier in München sagen würde – zwar auf den ersten Blick bestechend, aber nach näherer Betrachtung des forschen, ebenso süffisant und keck wie sachverständig anmutenden Vortrags und anschließender reiflicher Überlegung am Ende dann doch für die Katz, mit Verlaub gesagt und ohne den weissgarnix kränken zu wollen.


Was aber – und das macht das Plädoyer dann doch interessant – ist denn so falsch an dem Argument? Das habe ich mich etwa eine Stunde lang gefragt indem ich mir diese eine Stunde lang ein mögliches Gegen-Argument nach dem anderen überlegte, bis ich endlich auf den Gedanken kam, dass das ja völlig sinnlos ist. Was an einem Argument falsch ist lässt sich nämlich nicht mit Gegen-Argumenten erklären, sondern wird nur klar, wenn man sich mit der Argumentation richtig beschäftigt und sie sich vernünftig auseinandersetzt. Kaum wusste ich diesen eigentlich uralten, aber offenbar verschütteten Grundgedanken des wissenschaftlichen Vorgehens wieder, schon sah die Sache anders aus und die Frage was am Argument von weissgarnix falsch ist, war keine Frage nach einem richtigen Argument, das gegen das erwiesenermaßen unrichtige gesetzt werden könnte, um durch den anschließenden Vergleich beider Argumente schlussendlich die Erkenntnis zu gewinnen, wie und weshalb das Unrichtige unrichtig und was genau an ihm falsch sei. Die Antwort war viel einfacher, nämlich eben keine Sache der theoretischen Reflexion, sondern der praktischen Auseinandersetzung mit der Sache. Und die Sache ist eben in diesem Fall die Auseinandersetzung selbst.

To make a long story short: Die Antwort darauf gibst du selbst, weissgarnix, indem du in deinem Plädoyer gleich nach der oben zitierten Passage eine komische Frage stellst, nämlich die: Was wäre, wenn die Aktien von Banken, die auf staatliche Kapitalzuflüsse angewiesen sind, von ihren Besitzern verkauft werden und damit an Wert verlieren und deshalb in noch größerem Umfang verkauft werden und noch weiter an Wert verlieren und so fort?

Das scheint für den weissgarnix offenbar der entscheidende Gesichtspunkt zu sein und es ist aber doch nur eine wirklich komische Frage. Warum?

Darum: Weil eben dieses Szenario sinkender Aktien- und Wertpapier-Kurse von dir in der Fragestellung in den Konjunktiv gesetzt wird, obwohl das Szenario doch keine Option, sondern einen realen Sachverhalt verdeutlicht, der als nicht nur von dir, sondern auch vom „Markt“ und eben auch von den Herren Paulson und Bernanke seit der Lehman-Pleite akzeptierter Befund zudem den Grund und die Notwendigkeit der staatlichen Intervention geliefert hat. Aus Spaß an der Freude ihrer Gegner werden sie nämlich nicht beschlossen haben den halben Bankensektor unter die staatliche Kandare zu nehmen.

Aber zurück zur Sache weisgarnix: Die Frage ist deshalb komisch, weil sie eben so widersinnig wie explizit unlogisch von der a. a. O. von dir selbst als falsch weil widerlegten Annahme ausgeht, dass das Deleveraging entgegen der nicht nur in diesem Blog gegebenen Erklärungen nicht als Bedingung der Möglichkeit des Bailouts erkannt wurde, sondern vielleicht eine Folge der staatlichen Spritzen bzw. der sie flankierenden Restriktionen des Kapital-Gewinnausschüttungs-und-Verwertungs-Geschäfts sein könnte.

Die an sich schon kuriose Frage, was wäre, wenn der Wertverfall nicht nur ein empirisches Faktum, sondern auch das Gegenteil, nämlich ein hypothetisches Ereignis sein könnte, wird sogar richtig gehend absurd auf die Spitze getrieben durch die unvermittelte Erfindung eines kausalen Zusammenhangs zwischen Dividendensperre, Rekapitalisierung der Banken, Ertragswertminderung der assets und dem massiven Verkauf entsprechender Aktien durch ihre Eigentümer, was sich im Originalton im Weissgarnix-Plädoyer dann so anhört:

"Wenn nun aber Investoren massiv Aktien abgeben, weil aus denen kein laufender Ertrag mehr zu erzielen ist, etwa weil man die Rekapitalisierung mit einer Dividendensperre verbindet, was hätte man dann insgesamt gewonnen? Zitat Ende

Ja eben. Was gewinnt man in der Argumentation, wenn man die Tatsachen einfach so unvermittelt negiert und mit den schon mal selbst getroffenen Schlussfolgerungen auch die Logik kurzerhand auf den Kopf stellt?


Zitat wgn: „Nichts!“

Das ist wohl wahr.

Aber halt. Der Sinn der umständlichen Fragestellerei war ja nicht, hier blöde Witze auf Kosten von Weissgarnix zu machen, sondern herauszufinden, was an dem wgn-Argument denn falsch ist. Bislang hat sich nur gezeigt, dass sich die Argumentation in eine Reihe in sich widersprüchlicher und kontrafaktischer Aussagen auseinander nehmen lässt. Was aber ist jetzt genau falsch am Argument? Weissgarnix verrät es uns am Ende seiner Ausführung, wenn er, was er vermitteln will in einem Satz zusammenfasst:

Zitat WGN: „Diese Verkaufswelle würde die Vermögenspreise erst recht implodieren lassen, man hätte sich diesen ganzen Bailout also gleich ganz schenken können.“

Was soll das heißen „erst recht“? Als ob die spätestens seit September 2008 de facto implodierten Gewinnerwartungen öfter als einmal implodieren könnten, womöglich nach ihrer faktisch erfolgten Entwertung auch noch de jure oder womöglich auch theoretisch noch mal entwertet werden, als implodierende Implosionen, die dann Verluste in Gewinn umschlagen lassen, wer weiß? Ich weissesnicht, was weissgarnix damit meint!
Und es soll womöglich auch nur heißen, und ich fürchte prof.sinngemäß: Der Staat wäre verantwortlich, weil seine mit Gläubigerschutz-Sicherungsmaßnahmen ausgestatteten Bailouts die negativen Effekte der allgemeinen Vermögenswertminderung verstärken, die gleich wieder woher kommen? Aus der vom Staat beschlossenen Einschränkung des Rechts der Banken über ihre liquiden und in Anlagevermögen gebunden Mittel frei und kraft eigener unternehmerischer Willkür zu verfügen...
So nämlich lautet der alte Refrain des immer grünen Schlagers vom Segen der möglichst deregulierten freien Marktwirtschaft, den der weissgarnix mitsingt, aber so klingen will, als sei er gar nicht einverstanden, sondern hätte etwas dagegen.
Hat er aber, wie gezeigt, überhaupt nicht.
Bis der nächste Bailout fällig wird, weil die aktuell spendierten Milliarden nach allen Regeln der Kredit-Verbriefungs-Kunst in plötzlich illiquide Absatzmärkte verschossen sind. Dann beißt sich dann die marktliberale Katze wieder einmal mehr in den Schwanz.

Was diese Herumargumentierei hier soll?

Das geht doch auf den Sack!

Genau!
Diese leidige und auch sehr alte Frage nach dem richtigen Umgang mit den Dividenden wird in den kommenden Wochen noch ganz anders auf den Sack gehn! Und wann, wenn nicht am Totensonntag, ergibt sich schon mal die passende Gelegenheit, sich – wenn auch nur ein wenig – vorzubereiten.

Das ganze Plädoyer auf der homebase von WEISSGARNIX steht dann hier:

http://www.weissgarnix.de/?p=663#more-663

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Donnerstag, 23. Oktober 2008
How to read an SZ-Interview
Seit elf Jahren kontrolliert Helmut Perlet, 61, die Finanzen des europaweit größten privaten Versicherers Allianz mit Sitz in München. Im ersten Interview seit der Finanzkrise lobt der Oberbayer das Krisenmanagement der Bundesregierung. Für die Kritik an den Managern hat er Verständnis: Es seien viele Fehler gemacht worden. Die Allianz stehe weiter gut da. Sie habe "ausreichend Kapital und ein kerngesundes Versicherungsgeschäft". Der Verkauf der Dresdner an die Commerzbank sei nicht gefährdet: "Alles läuft planmäßig."

SZ: Herr Perlet, das Rettungspaket der Bundesregierung ist unter Dach und Fach. Zufrieden mit dem Ergebnis?

Perlet: Das Ergebnis ist grundsätzlich sehr positiv. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung. Auch die Geschwindigkeit, mit der das gemacht wurde, ist beeindruckend. Ich finde es nur schade, dass wir jetzt eine Diskussion haben, die eine gewisse stigmatisierende Wirkung hat. Also die Frage, wer das Paket in Anspruch nimmt. Da wird der Eindruck erweckt, es wäre jetzt ein Problem, dort mitzumachen. Das kann nicht zum Gelingen des Ganzen beitragen.


Mit anderen Worten: Oh oh! Ist es jetzt soweit? Ist jetzt sogar der Allianz das Geld ausgegangen? Oder warum sonst, beschleimt der Herr Perlet mit seinem Assi aus der SZ die Regierung?

SZ: Wie ist denn dieser Eindruck entstanden?

Perlet: Das ist nicht Schuld des Staates, sondern es liegt an verschiedenen Diskussionsbeiträgen, die landauf, landab geleistet werden.


Mit anderen Worten: Meine Güte. Der Herr Perlet beschleimt ja wirklich die Regierung! Steht es so schlimm um die Allianz?

SZ: Einer der Diskussionsbeiträge stammt von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, der gesagt haben soll: "Ich würde mich schämen, wenn wir in der Krise Staatsgeld annehmen würden."

Perlet: Das möchte ich nicht kommentieren. Ich sage nur so viel: Jedes Institut hat die Möglichkeit, das Maßnahmenpaket zu nutzen. Deswegen sollten sich alle hinsetzen und verantwortungsvoll prüfen, ob das für sie die beste Lösung ist.


Mit anderen Worten: Scheiße! Es ist so schlimm! Jetzt ist es soweit. Die Allianz braucht Geld vom Staat!

SZ: Sie fänden es nicht ehrenrührig, Geld anzunehmen, wenn es sein muss?

Perlet: Nein, absolut nicht. Es geht doch nicht um die Eitelkeiten von Banken und Managern, es geht doch vor allem um die Einlagen von Kunden. Und in deren Interesse muss man die besten Entscheidungen treffen.

Mit anderen Worten: Oh mei, oh mei! So schlimm! Geht’s´der Allianz jetzt schon ans Eingemachte! Oh mei, oh mei! Peinlich!

SZ: Wenn alle mitmachen müssten, wäre es für keinen peinlich?

Perlet: In den USA hat man in der Tat daraus eine Zwangsveranstaltung gemacht. Allerdings sind in Folge dessen nun einzelne Institute mit 20 Prozent Kernkapitalquote ausgestattet, die uns als Wettbewerber entgegentreten. Das wird schwierig. Während der Grundgedanke in Deutschland ist, nur Problemfälle zu refinanzieren, nutzen andere Länder die Gelegenheit, um die Konkurrenzfähigkeit ihrer Institute zu stärken.

Mit anderen Worten: Wie? Die Allianz hat schon die ersten Übernahmeangebote auf dem Tisch? Der Laden steht kurz davor, vescherbelt zu werden?

SZ: Wäre es nicht schon aus diesem Grunde für die Allianz sinnvoll, am Programm teilzunehmen?

Perlet: Grundsätzlich gilt für Versicherer das Gleiche, was für Banken gilt. Auch wir müssen uns hinsetzen und sehen, zu welchem Ergebnis wir kommen. Ich möchte aber hinzufügen, dass wir als Allianz ausreichend Kapital und ein kerngesundes Versicherungsgeschäft haben. Die Versicherer scheinen weitaus besser durch die Krise zu kommen als die Banken. Nach allem, was man weiß, sind von diesen kritischen Wertpapieren nicht allzu viele in den Bilanzen der Versicherer vorhanden.


Mit anderen Worten: Nicht nur kurz davor! Denen geht’s miserabel. Wenn die Allianz ihren guten Ruf nicht hätte, wär der Laden schon längst fertig, aus und vorbei. Die sind jetzt offenbar genau so kaputt wie dieser Ami-Versicherer, der im Sommer den Löffel abgeben musste.

SZ: Die Milliarden-Krise des US-Versicherers AIG ist nicht der Anfang einer großen Krise im Versicherungssektor?

Perlet: Nein, auf keinen Fall. Auch die AIG hatte sich nicht im Versicherungsgeschäft, sondern in einem speziellen Geschäftsbereich mit strukturierten Finanzprodukten ihre Probleme hausgemacht. Das können Sie nicht verallgemeinern.


Mit anderen Worten: Noch kaputter! Die Amis hatten nur Schrott abzuschreiben. Bei der Allianz geht das ganze Geschäft den Bach runter. Offenbar nehmen die jetzt weniger ein als sie an ihre Kunden auszahlen müssen. Hilfe! Ich bin bei der Allianz lebensversichert!

Lesen Sie weiter, warum deutsche Banken wettbewerbsfähig bleiben müssen. Mit anderen Worten: Allianz in Existenznot! Alarmi! Alarmi!


SZ: Es gibt Gerüchte, auch die Allianz habe noch eine Menge solcher Schrottpapiere im Keller.

Perlet: Das kann ich mit aller Schärfe zurückweisen. Wir sind da sehr sauber.
Mit anderen Worten: Ach so, wenn´s nur der subprime-Schrott wäre, wär´s nicht so schlimm. Aber es sind alle Aktiva! Das ganze Geschäft mit den Depositen und commercial papers wirft nicht mehr genug ab? Es geht ans Eigenkapital! Die Allianz braucht dringend Eigenkapital vom Staat! Oh mei! Oh mei! Oh mei! Hoffentlich erfährt das nie ein Aktionär. Sonst prügeln die den Kurs noch vollständig in den Keller!

SZ: Die Berliner Verordnung ist an einigen Stellen äußerst restriktiv. Beispiel: Übernimmt der Rettungsfonds Risikopapiere von Unternehmen, soll die Dividendenausschüttung an andere Gesellschafter als den Fonds gestoppt werden. Wie erkläre ich das den Aktionären? Provoziere ich damit nicht eine gigantische Aktionärsflucht?

Perlet: Da sehe ich in der Tat Nachbesserungsbedarf. Es muss ja in unserem Interesse sein, dass die deutschen Banken wettbewerbsfähig bleiben. Man sollte daher von einem Dividendenverbot absehen. Denn der Staat will sich ja irgendwann wieder mit Gewinn aus einer Bank zurückziehen. Nun ist aber die Dividende einer der Hauptgründe, warum Anleger Aktien kaufen und somit auch den Aktienkurs eines Unternehmens positiv beeinflussen. Davon profitiert dann auch der Steuerzahler.

Mit anderen Worten: Oh mei, oh mei! Darum geht’s! Die Allianz hat höllische Angst, dass der Kurs noch tiefer runtergeprügelt wird, wenn die Aktionäre auch nur daran denken könnten, dass die Firma Geld vom Staat braucht.

SZ: Sie rechnen also damit, dass Investoren zuhauf aus deutschen Werten flüchten, wenn diese Regelung nicht zurückgezogen wird?

Perlet: Es ist das falsche Signal. Auch in Großbritannien hat man erkannt, dass eine Dividendenbeschränkung eine Fehlsteuerung darstellt, weil dann der Markt als ergänzende Finanzquelle wegfällt.


Mit anderen Worten: Höllische Angst! Die Allianz braucht die Staatsknete so dringend wie die englischen Pleitebanken. Warum eigentlich?


SZ: Haben deutsche Institute damit Wettbewerbsnachteile?

Perlet: Das schließe ich nicht aus.


Mit anderen Worten: Wettbewerbsnachteile ist ein passendes Wort, wenn es ums nackte Überleben geht.


SZ: Es ist wohl kein Zufall, dass mit der BayernLB ausgerechnet eine Landesbank die erste Bank war, die Interesse für das Rettungspaket bekundet hat.

Perlet: Das ist zumindest keine Überraschung. Und es wäre zu überlegen, ob man jetzt nicht eine grundsätzliche Diskussion über die Zukunft des Landesbankensektors und die Geschäftsmodelle dieser Banken führen sollte.

Mit anderen Worten: Aha! So stellt sich die Allianz ihre Kapital-Spritze aus dem „Rettungs-Paket“ vor. Sie will das Kapital abholen, das nach der Liquidierung ihrer treuen Freundin Landesbank übrig bleibt. Tolle Idee! Wenn man das gescheit anstellt, würde auch keiner was merken, von der Not der Allianz.


SZ: Das heißt, der Staat könnte bei den Landesbanken jetzt endlich Reformen durchdrücken, die sonst schwieriger zu bekommen wären?

Perlet: Natürlich. Das ist eine gute Gelegenheit, um wichtige Zukunftsfragen zu beantworten.


Mit anderen Worten: Aha! Es gibt schon entsprechende Pläne!

SZ: Wie viele Landesbanken bräuchten wir denn? Zurzeit haben wir sieben.

Perlet: Weniger.

Mit anderen Worten: Aber keine genauen Pläne, weil leider fraglich ist, ob von der Bayer. Landesbank überhaupt noch was zu abzuholen ist, außer Schulden, wenn sie die nicht schleunigst per Fusion mit den Baden-Würrtembergern, der Westl LB oder sonst einer maroden Klitsche durch eine Umschuldungs-Gesellschaft teilt !


SZ: Wieviel genau?

Perlet: Zwei würden genügen.

Mit anderen Worten: Daher weht der Wind! So eine „bad bank“ aus alten Landesbank- Schulden muss her, damit sich die Allianz mit dem Rest an übrig gebliebenen Vermögenswerten dann offiziell selber retten kann.

SZ: Gehälter von Bankern, deren Institute unter den Rettungsschirm des Bundes fallen, sollen auf 500.000 Euro gedeckelt werden. Ist das realistisch?

Perlet: Ich kann die Diskussion, die zu dieser Entscheidung geführt hat, nachvollziehen. Ich halte sie aber im Ergebnis für falsch. Denn ich bezweifle, dass man mit einer festgelegten Gehaltssumme die besten Manager bekommt, die man braucht, um die Aufräumarbeiten zu machen.


Mit anderen Worten: Auch wenn das klappen würde, sich bei der Konkursmasse der Bayern LB zu bedienen. Die Allianz muss unter den staatlichen Schirm. Ohne die Garantie und Bürgschaft vom Staat läuft gar nichts mehr. Oh mei. Oh mei! Was ist bloß mit der Allianz passiert? Wie ist die nur so auf den Hund gekommen?

SZ: Ein viel diskutiertes Thema sind die Bilanzierungsregeln. Viele Finanzkonzerne hätten ihre Probleme aus der Finanzmarktkrise nie bekommen, wenn sie nicht nach dem sogenannten "Fair Value Accounting" bilanziert hätten - also nicht jeden Tag ihre kritischen Wertpapiere aufs Neue hätten bewerten. Sollte man nicht gleich ganz zur guten alten Bilanzierung nach dem Handelsgesetzbuch zrückgehen?

Perlet: Eine sklavische Anwendung des Fair-Value-Prinzips führt zu Fehlern und hat die Finanzkrise weiter beschleunigt. Das haben wir nun gesehen: In einem nicht funktionierenden Markt bestimmten die Preise von wenigen Notverkäufen die Bewertung von ganzen Wertpapierportfolien. Jetzt gibt es angemessene Möglichkeiten, solchen Ausnahmesituationen besser gerecht zu werden; das begrüße ich. Außerdem können Wertpapiere umklassifiziert werden: Was bisher im Handelsbestand war, aber gar nicht gehandelt werden konnte, muss nicht mehr auf unrealistische Tageswerte abgeschrieben werden, sondern kann mit dem erwarteten Rückzahlungsbetrag bei Fälligkeit bewertet werden.

Mit anderen Worten: Aha! Tatsächlich! Allianz ist am Arsch, weil sie nicht nur ihre faulen supprimes abschreiben musste, sondern auch die besseren Aktiva bloß noch Verluste einfahren, nachdem das Zeug sogar jetzt keiner mehr kauft, obwohl die Regierungen für den wertlosen Plunder unanständig hohe Grundpreise festgelegt haben und auf Anfrage auch bezahlen.

SZ: Was heißt das?

Perlet: Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Bei der Dresdner Bank sitzen wir seit 18 Monaten auf einigen Wertpapieren, für die es längst keinen funktionierenden Markt mehr gibt. Die müssen wir trotzdem bewerten, als ob wir morgen verkaufen würden. Das kann nicht richtig sein.


Mit anderen Worten: Die Allianz will, dass die Bundesregierung, der Freistaat oder eben irgendein Funktionär der Landesbank von sich aus an die Allianz herantritt und ihr vorschlägt wertlosen Plunder aus dem Dresdner Bank-Depot gegen noch vorhandene echte Depositen und Properties der insolventen BayernLB oder ihrer Nachfolge-Gesellschaft zu tauschen. Warum eigentlich ausgerechnet aus dem Dresdner Bank-Depot?


SZ: Sie wollen ja die ganze Dresdner Bank verkaufen, an die Commerzbank. Könnten Sie jetzt nicht die Gunst der Stunde nutzen und sich im Versicherungsgeschäft verstärken - zum Beispiel, indem Sie große Teile von AIG übernehmen?

Perlet: Natürlich schauen wir uns immer an, was auf den Markt kommt. Der Verkauf der Dresdner macht uns flexibler, was die Kapitalausstattung betrifft, gar keine Frage. Aber in diesen Zeiten ist es auch wichtig, sein eigenes Kapital zu schützen und nicht irgendwo auf große Jagd zu gehen. Cash is king.


Mit anderen Worten: Kein Kommentar! Die Allianz wird den Teufel tun und hier durch blöde Antworten ihre Bonität auf den internationalen Finanzmärkten aufs Spiel setzen. Auch wir können alles – und noch dazu besser als das Großmaul Ackermann! Hähä!

SZ: Das klingt sehr konservativ. Aber wahr ist doch auch, dass Sie vorläufig nicht mehr so günstig an Zukäufe kommen wie zurzeit.

Perlet: Das ist richtig. Aber egal was wir machen - es muss sich rechnen und darf nicht zu Lasten unserer Kapitalausstattung gehen. Wir wissen nicht, wie die Welt in vier Wochen aussieht.

Mit anderen Worten: Wie gesagt: Es geht ans Eingemachte! Wenn es scheiße läuft und das mit der von der Regierung gedeckten Kapital-Injektion aus dem LB-Keller schief geht, sind wir in vier Wochen weg vom Fenster.

SZ: Bekommen Sie die Folgen der Finanzkrise bei der Allianz zu spüren?

Perlet: Ja, auch wir können uns den Folgen der Finanzkrise nicht voll entziehen. Wir spüren das zum Beispiel beim Umsatz im Lebensversicherungsgeschäft. Und wir sehen verstärkte Abschreibungen auf unsere Aktienbestände, das wird sich auf den Gewinn niederschlagen. Andererseits gilt aber auch: Wenn draußen Krise ist, suchen die Leute ein sicheres Schiff. Das kommt uns dann wiederum zugute.

Mit anderen Worten: Ein guter Witz am Schluss optimiert jedes anständige Interview und gibt einem Herrn Perlet Gelegenheit nicht nur „Vertrauen“ zu produzieren, sondern in einem versteckten kleinen Hinweis über das „Spüren“ in vier Wochen nicht wie ein Herr Huber nur noch dumm aus der Wäsche kucken zu können. Da stehts doch: „verstärkte Abschreibungen... Aktienbestände... Gewinn niederschlagen.“ Würde er mehr sagen, hieße das Untreue und Verletzung des Betriebs- und Bankgeheimnisses. Nicht wahr

Lesen Sie weiter, warum die Allianz kein Sparprogramm plant.Mit anderen Worten: Wie sieht eigentlich das Sparprogramm der Allianz aus?

SZ: Für das kommenden Jahr kursieren bereits horrende Konjunkturszenarien. Müssen Allianz-Mitarbeiter Angst vor Kürzungen haben?

Perlet: Wir müssen uns auf eine Stagnation, vielleicht sogar eine Rezession einstellen. Was die Allianz betrifft: Nein, wir haben kein Sparprogramm geplant. Natürlich werden wir hier oder da ein paar Dinge machen müssen, aber im Großen und Ganzen haben wir unsere Hausaufgaben schon in den vergangenen Jahren gemacht. Wir sind solide und wetterfest aufgestellt.


Mit anderen Worten: Leute auszustellen bringt der Allianz nichts! Es geht nicht um ein paar Promill weniger laufende Kosten, sondern um die Refinanzierung von ein paar Prozent unseres gesamten Kapitalbestandes, also um Milliarden!

SZ: Sie sind dabei, die Dresdner Bank an die Commerzbank zu verkaufen. Ein Großteil wird über Aktien geregelt. Läuft hier alles nach Plan - trotz der Finanzkrise?

Perlet: Alles läuft planmäßig. Da werden Sie keine Änderung sehen, der Verkauf der Dresdner findet statt.


Mit anderen Worten: Es geht um sehr viele Milliarden! Und zwar pronto! Sonst kann die Allianz nicht mal mehr wie geplant den Schleuderpreis für ihren Hauptverlust-Bringer erlösen

SZ: Braucht die Dresdner Geld aus dem Rettungspaket?

Perlet: Wie gesagt - jeder muss sich die Hilfen zumindest anschauen.


Mit anderen Worten: Wie gesagt: Es ist echt schlimm. Schlimm! Schlimm! Schlimm! Die internationale Konkurrenz ist tödlich! Und es ist höchste Zeit, dass nun auch die Allianz handelt!

SZ: Welche Lehren sollen wir denn nun aus der Finanzkrise ziehen, damit so etwas nicht wieder passiert?

Perlet: Wir brauchen eine internationale Vereinheitlichung der Aufsichtsregeln. Fußball ist auch nur interessant, weil die Regeln überall auf der Welt gleich sind. Wir müssen schrittweise zu internationalen Aufsichtsbehörden kommen. Es hat keinen Sinn mehr, solche Dinge national zu regeln.

Mit anderen Worten: Schönen Gruß an die Bundesregierung! Machen Sie es wie die US-Regierung! Sorgen Sie dafür, dass die Allianz und andere deutsche Finantunternehmen dem Wettbewerbsdruck durch noch mehr staatliche Subventionen gewachsen sind; der Euro muss gestützt werden! Übernahmen wie die oben beschriebene müssen erleichtert werden; das muss auch für ganz Europa gelten; wenn es sein muss, müssen wir auch italienische, östereichische oder englische Investments repartiieren dürfen, sonst haben wir ehrbaren deutschen Versicherungskonzerne gegen Paulson und Bernankes Hitmen keine Chance

SZ: Ist das denn realistisch?

Perlet: Für diese Forderung bin ich schon vor fünf Jahren ausgelacht worden. Es wird lange dauern, so viel steht fest. Deshalb ist es wichtig, dass die EU jetzt vorangeht: Wir brauchen die Gruppenaufsicht für grenzüberschreitend tätige Finanzdienstleister.

Mit anderen Worten: Keine Chance! Es ist nicht nur wichtig! Es ist überlebenswchtig! Die Regierng muss der Allianz helfen! Und zwar sofort!

SZ: Das Image von Bankmanagern ist nie so schlecht gewesen wie heute. Gerechtfertigt?

Perlet: Ja, das Image ist beschädigt. Es gibt eine Finanzkrise von gigantischem Ausmaß, und es sind Fehler gemacht worden. Das muss man akzeptieren. Aber manchmal schießt die Kritik auch übers Ziel hinaus.

Mit anderen Worten: Nochmal! Staatshilfe sofort! Jedes Gerede, warum und wieso kostet nur Zeit, die die Allianz nicht mehr hat.

SZ: Viele Bankkunden sind von ihren Instituten maßlos enttäuscht. Wie nachhaltig ist der Vertrauensverlust?


Perlet: Groß, aber das Vertrauen wird wiederkommen. Eines muss auch mal gesagt werden: Der Privatanleger hat sich sehr besonnen verhalten und das war richtig. Zukünftig werden die Kunden ihre Anbieter und Produkte stärker nach Qualität und Sicherheit auswählen.


Mit anderen Worten: Die Allianz ist am Arsch. Nur wenn sie die Regierung raushaut, wird es mit dem Privatkundengeschäft weiter gehen. Es weiß zwar im Moment keiner wie, aber irgendwie muss es ja weiter gehen.


SZ: Herr Perlet, was ist denn? Warum weinen Sie denn jetzt?

Perlet: Ach, es ist doch so furchtbar. Haben Sie ein Taschentuch?

SZ: Immer dabei

Perlet: Geben Sie mir bitte Ihr Taschentuch

SZ: Aber nur, wenn Sie mir garantieren, dass Sie mich nach der Verstaatlichung der Allianz zu Ihrem ganz persönlichen Pressereferenten berufen und ich höchsten einen Rang unter Ihnen zu meinem Beamtenstatus komme. Wir von der Zeitung pfeifen nämlich auch auf dem letzten Loch, wissen´S.

Perlet: Versprochen!

Quelle: SZ, München, 23. 10. 08 Bearbeitung AO

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