Sonntag, 16. Oktober 2016
Dienstag, 23. März 2010 StoryTeller the great gate, 12:24h
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Sonntag, 3. Mai 2015
Bisschen Literatur
"05. Oktober 1999 1:47 an Phil/München

breeders


Days ago, I was sitting in the tube on the way to the Baader Cafe, trying not to think. Then I had to think that life is a curious thing. Most of their lifetime human beings have to react just like animals. Like dogs they are led by smells, beats or just another wellformed information, ruling their world. But sometimes, somehow human beings know that and try to begin to live above that workin` animal "socialism". And they call it freedom. And quick they figure out, that this kind of freedom is not an own world for human beings, but just another word for - nothing. There are no rules above animal behavier. So what? To be unable for relations is just another definition for human beings. So get down babie, drink your milk and don´t think twice.

Just another breeder

ps written without dictionary; please tell me the mistakes"


Selfie. So what! 15 Jahre her. Immer noch richtig

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Mittwoch, 29. Mai 2013
Aus gegebenem Anlass – Suhrkamp goes Entenmörderverein
(...) Julian Kuh-Rindt sieht sich genötigt, einige Dinge klarzustellen. Er hat an einem Schreibtisch der Polizei-Dienstelle Rottach-Egern Platz genommen und fordert die beiden Oberwachtmeister auf, im Protokoll seiner Anzeige zu konkretisieren, dass erstens das Mordopfer Georg Goetz für die männliche Hauptrolle des Film-Projekts b.s.e. nicht nur vorgesehen sei, sondern vor 14 Tagen vertraglich fest verpflichtet werden konnte, dass ferner das aus künstlerischen und produktionstechnischen Gründen bislang geheim gehaltene Kürzel des Projekts b.s.e. für den programmatischen Titel BEI SEINER EINHEIT stehe und der Film drittens eine von Kuh-Rindt selbst verfasste, schonungslose Abrechnung mit seiner eigenen Karriere darstelle, nach der die Geschichte dieser Republik neu geschrieben werden müsse, im Protokoll auch genau so zu bezeichnen sei, und nicht nur als irgendein aktuell geplantes Kino-Film-Projekt über geheime Affären und deutsche Geschichte, als die der Wachtmeister die von Kuh-Rindt angeführten Enthüllungen in seinem Schriftsatz leichtfertig zusammengefasst hatte.

Die beiden Beamten geben dem Drängen des Schriftstellers nach und protokollieren nun also wörtlich, was Kuh-Rindt diktiert, obwohl ihnen der Mann durchaus etwas hysterisch vorkommt und seine Korrekturwünsche pingelig, ja fast eitel, arrogant und dünkelhaft erscheinen. Freilich fühlen sie sich auch ein wenig geehrt vom Auftritt dieses Prominenten in ihrer Inspektion, denn bislang hatte der in Funk und Fernsehen allgegenwärtige Autor populärer aber auch künstlerisch hochwertiger Belletristik tatsächlich noch in jeder Talkshow stets jede Aussage zu Thema und Inhalt seines ersten Drehbuches strikt verweigert und bezüglich seines Filmdebutprojekts noch nie mehr verraten als das seltsame Kürzel des Titels b.s.e., über dessen Bedeutung daher in den Medien seit Monaten auch ausgiebig gerätselt wird.

Natürlich gibt ein Prominenter, der eine Mordanzeige erstattet noch bevor eine entsprechende Ermittlung überhaupt offiziell eröffnet ist, den Polizisten auch zu denken. Freilich erst nachdem sie wieder unter sich sind.
Schließlich weiß jeder, der die VIP-News nicht nur der Münchner Boulevard-Blätter verfolgt, dass Johannes Julian Kuh-Rindt und der von ihm nun amtlich beurkundet des Mordes bezichtigte Bernhard C. Finder zwar jahrzehntelang die besten Freunde waren, seit einer unschönen Auseinandersetzung im Verlauf einer unglücklichen Verlagskonkurs- oder Übernahmegeschichte, die wie das aktuelle Filmprojekt damals ebenfalls groß in der Zeitung stand, jedoch nicht nur arg zerstritten, sondern richtig gehend verfeindet sind und Julian Kuh-Rindt zuletzt anlässlich eines großen TV-Features des BR über sein geplantes Kino-Ereignis nur Abfälliges über Bernhard Finder zu berichten weiß, zum Beispiel, dass dieser Finder die Kultur, für die er sich angeblich immer eingesetzt habe, in Wahrheit immer für Geld verkauft und alle Werte schnöde verraten hätte, die kritische, richtige, unbestechliche Künstler wie Kuh-Rindt dagegen ständig verteidigen und hochhalten würden.
So jedenfalls erklärt ein Wachtmeister einem Oberwachtmeister, was er über die unüberbrückbaren Differenzen und Konflikte, die Prof. Dr. Bernhard C. Finder und Johannes Julian Kuh-Rindt erbitterte Gegner werden ließen, aus dem Bayerischen Fernsehen, BILD, SPIEGEL und Konsorten mitbekommen hatte.
Angeblich habe dieser Finder seinem früheren Kumpel Kuh-Rindt dessen steile Schriftstellerkarriere erst ermöglicht und ihn bis zu ihrem Streit wo er konnte unterstützt. Aber ob das stimme, wisse man nicht, denn Finder sage, dass er zum Thema Kuh-Rindt nichts mehr zu sagen habe, für ihn sei das nur mehr ein erledigter Fall.

In München beeilen sich Hrdlala und Anna Zeltwirt das chaotisch wirkende Büro der Abteilung II Spurensicherung/Tatortprofile in Ordnung zu bringen und sich auf eventuelle Auseinandersetzungen mit einer ihnen unbekannten, weil sicherlich sehr weit übergeordneten landes- oder bundespolizeilichen Kontrollbehörde vorzubereiten.
Hrdlala verflucht einmal mehr diesen dämlichen Streber Adolf Pimmell, der ihm aus reiner Blödheit diese harte Suppe eingebrockt habe, und kündigt der Praktikantin an, dass er womöglich doch auf jenes Attest zurückgreifen werde, das ihr Bruder, der in der psychiatrischen Klinik in der Nussbaumstraße gerade seinen Assistenzarzt macht, notfalls auch rückdatiert ausstellen könnte. Es sei durchaus möglich, dass er diese ihm von der Zeltwirt in Aussicht gestellte Bescheinigung seiner Dienstunfähigkeit wg. akuter Depressionen während der vergangenen Tage brauchen könne.
Auf ihre Frage, wo er seit gestern Mittag eigentlich war und warum er sein Handy ausgeschaltet habe, antwortet Hrdlala, dass das nicht ihr Problem sei, sondern eine lange Geschichte, die er ihr irgendwann einmal vielleicht erzählen werde, wenn man diese Sache ausgestanden habe. Vorerst sei er vollauf mit der Frage beschäftigt, was dieser Psycho-Experten von ihm wolle.(...)

aus: JÄGER UND GEJAGTE – Episodenroman
Copyright AOtteneder, Anschrift siehe Impressum

Zur kompletten Geschichte bitte hier lang:
http://thegreatgate.blogger.de/stories/1540067/

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Freitag, 17. Mai 2013
Aus gegebenem Anlass – wen immer es angeht...
Der Leiter der Abteilung Spurensicherung/Tatortprofile wird in ein Büro der Staatsanwaltschaft bestellt, wo man ihn wegen der laufenden Ermittlung im Fall Georg Goetz sofort zu sprechen wünsche.
Hrdlala bittet den wartenden Schermann mit einer stummen Geste um Geduld und bestätigt dem Anrufer, dass er verstanden habe und schon unterwegs sei.
Mit der Ankündigung, nach seinem unaufschiebbaren Rapport bei der Staatsanwaltschaft das Gespräch mit ihm fortsetzen zu wollen, entschuldigt sich Hrdlala bei Schermann und macht sich auf den Weg in den Justizpalast. Schermann solle sich von Anna Zeltwirt, die noch oben im Büro sei, den Weg zum Café Rossinger in der Nähe des Rindermarktes zeigen lassen und dort auf ihn warten; er hoffe, es werde nicht lange dauern.


Das freundliche Angebot des Staatsanwalts, doch bitte Platz zu nehmen, hatte Hrdlala nach Betreten des akkurat aufgeräumten Empfangszimmers höflich dankend abgelehnt. Er stehe lieber, hatte Hrdlala dem Juristen gesagt, und außerdem könne doch, was ihm die Staatsanwaltschaft im Fall Georg Goetz Neues mitzuteilen habe, auch nicht sehr lange dauern. In den paar Stunden, seit Beginn der Ermittlungen, dürfe doch nicht allzu viel passiert sein, oder?
Da irre sich der Herr Hrdlala aber gewaltig, hatte daraufhin der Staatsanwalt dem Abteilungsleiter gesagt, denn es sei eine ganze Menge passiert. Allerdings werde er sich und ihm die Einzelheiten ersparen und sofort zur Sache kommen. Hrdlala solle im Folgenden bitte genau zuhören, denn er habe nicht vor, was er ihm jetzt zu sagen habe zweimal zu sagen.
Bevor Hrdlala noch etwas sagen kann, legt der Staatsanwalt in gewohnt direkter Rede, freilich auch in einer für einen Rechtspfleger recht ungewohnt beredten Offenheit los: Alkohol- und Drogenrückstände in der Leiche eines prominenten Schauspielers, der mit fast 70 seinen letzten Saunagang nicht überlebt, lassen sich nach Schema F erklären. Unbekannte biochemische Substanzen, von denen man nur weiß, dass sie hochtoxisch wirken, sind dagegen ein Problem, das sich nicht in komplexes Fachchinesisch auflösen oder mit der juristischen Wunderwaffe eines fehlenden öffentlichen Interesses ohne justiziable Widerhaken unterschlagen lässt. Nicht zuletzt, weil die gesamte deutsche Veterinärmedizin seit Wochen fieberhaft an diesen rätselhaften biochemischen Substanzen interessiert ist – und deshalb eine Kopie des forensischen Berichts der Obduktion des toten Georg Goetz aus der Pathologie der Uniklinik München per Eilbote an das daran angeschlossene veterinär-medizinische Institut der Fraunhofer-Gesellschaft weitergeleitet wurde, um den vorläufig nicht eindeutig definierbaren Befund durch genauere Analysen mit jenen aus Rinderhirnen abzugleichen.
Als Hrdlala das aus dem Munde des Staatsanwaltes hört, wird ihm plötzlich übel. Und als er dazu noch von ihm erfährt, dass die Pathologen der Uniklinik die von der Polizei gelieferte Leiche – übrigens noch in der Nacht und in Sonderschicht bis in die frühen Morgenstunden – deshalb so gründlich auf mögliche biochemische Intoxikationen durch so genannte Prionen untersuchten, weil in einem per Express nachgereichten Begleitschreiben der Abteilung Spurensicherung/Tatortprofile, unterzeichnet von Adolf Pimmell und mit dem Vermerk dringlich versehen, besonders darauf hingewiesen wurde, dass der zu examinierende Tote beruflich in einem nicht näher bezeichneten b.s.e.-Projekt mitwirken sollte, b.s.e. zweimal rot unterstrichen, verspürt Hrdlala den plötzlich sehr starken Wunsch, seinen jungen Mitarbeiter so bald wie möglich wieder zu sehen, ihn zu verprügeln und dann umzubringen.
Denn so wie die Dinge stehen, muss Hrdlala damit rechnen, dass ihm dieser Staatsanwalt in der nächsten Minute ein Verfahren über die Rübe ziehen wird, aus dem er sich am Ende nur noch auf dem Zahnfleisch nackt im Wind wie der letzte Depp in eine hinterste Ecke verkriechen und dort eingraben lassen kann.

Hrdlala lässt sich freilich weder seine Wut noch seine schlimmsten Befürchtungen anmerken, sondern gibt sich gelassen und ruhig. Sichtlich nervös und unruhig wird er erst, als ihm der Staatsanwalt mitteilt, dass es jetzt also seine Aufgabe sei, diesen Sachverhalt zu klären, da die Staatsanwaltschaft von nun an weder mit diesem Mordfall zu tun haben, noch etwas von diesem Mordfall wissen wolle. Punkt!
Mit dieser Wendung hatte Helmut Hrdlala nicht gerechnet.
Heißt das, er soll den Fall übernehmen?
Ob Herr Hrdlala ihm überhaupt zugehört habe, will der Staatsanwalt wissen, denn Helmut Hrdlala wirkt etwas irritiert. Ob er verstehe, was er ihm damit sagen wolle? Hrdlala wirkt immer noch irritiert, aber langsam kapiert er, was ihm hier mitgeteilt werden soll.
Es gibt offiziell noch keine Ermittlungen in einem „Mordfall“ Georg Goetz, sondern nur Adolf Pimmells eigenmächtige Interpretation der noch völlig ungeklärten Lebensumstände eines offenbar angetrunken und unter Drogeneinfluss nackt in einer dunklen Ecke einer Sauna wie auch immer gestorbenen Publikumslieblings. Und es gibt diesen gerichtsmedizinischen Befund einer möglichen BSE-Intoxikation, der nun nicht mehr aus der Welt zu schaffen sei, den der Staatsanwalt im Moment jedoch außen vor lassen möchte, weil er später ohnehin noch gesondert auf dieses Thema zurückkommen müsse.
Jetzt gehe es dem Staatsanwalt darum, ihm zu erklären, dass es für ihn das Beste sei, er würde sehr rasch herausfinden, dass Georg Goetz erstens nicht durch äußere Gewalteinwirkung oder ähnlich Aufsehen Erregendes ums Leben kam, sondern dass der beliebte, unter anderem mit dem bayerischen Verdienstorden ausgezeichnete Mime nachweisbar eines natürlichen Todes starb, der zweitens freilich auf eine ganz tragische Weise eingetreten sei, die drittens zum Anlass bösartiger Spekulationen genommen wurde, die sich freilich alle im Zuge einer ordentlichen polizeilichen Ermittlung als völlig grundlos herausgestellt hätten beziehungsweise herausstellen werden, hoffentlich, denn diese ordentliche polizeiliche Ermittlung stehe ja noch aus, wie der Staatsanwalt präzisiert.
Hrdlala schaut immer noch irritiert. Nochmal: Heißt das jetzt wirklich, dass er, anstatt böse kujoniert zu werden, die Leitung der Ermittlung übernehmen soll?
Und als ob der Staatsanwalt Hrdlalas Gedanken erraten hätte, spricht er ihn auf exakt die Probleme an, die sich aus den erwähnten Punkten zwei und drei ergeben: Wie bitte soll Hrdlala als Leiter der Abteilung Spurensicherung die Anzeige dieses Schriftstellers wieder aus der Welt schaffen, der diesen Bernhard Finder beschuldigt, den Schauspieler umgebracht zu haben? Diese Anzeige fällt in die Zuständigkeit des Morddezernats beziehungsweise nun also der Staatsanwaltschaft, und er als leitender Oberkommissar ist nicht befugt, sich in deren Angelegenheiten einzumischen, sondern in allen Ermittlungsbereichen aller Inspektionen und richterlichen Stellen an deren Weisungen gebunden. Er darf folglich diesen Fall überhaupt nicht übernehmen und die eingeleitete Ermittlung so wie es dieser Staatsanwalt von ihm verlangt ordentlich und ohne jemanden zu stören zu Ende führen.
Doch noch ehe Hrdlala seinem Gegenüber diesen Zusammenhang klar machen kann, schafft ihn dieser Jurist sozusagen aus dem Handgelenk aus der Welt.
Der Staatsanwalt überreicht Hrdlala ein Schriftstück und teilt ihm kurz und bündig mit, dass er mit Übergabe dieser Urkunde in den Rang eines Hauptkommissars befördert worden sei. Die Beförderung sei auf den Ersten Ersten des vergangenen Monats datiert und mit diesem Tag auch rechtswirksam in Kraft getreten. Entsprechende Änderungen in den Unterlagen der Personalverwaltung und der für die Beamtenversorgung zuständigen Amtskassen wären vorgenommen und auf unbürokratische Weise erledigt. Wenn man ihn fragen sollte, so fährt der Staatsanwalt Hrdlalas erstauntes Gesicht kommentierend fort, dann könnte er erklären, dass er diese zugegeben überraschende Neuigkeit aus Bescheidenheit, Scheu oder irgendeiner anderen charakterlichen Eigenart bis dato nicht an die große Glocke gehängt habe, um unter den Kollegen nicht unnötigen Neid oder Missgunst hervorzurufen, als herzloser Karrierist zu gelten oder Ähnliches. Dies sei seine persönliche Meinung, der sich Hrdlala freilich nicht verpflichtet fühlen müsse. Sozusagen verbindlich sei freilich der nächste Punkt, über den er ihn nun zu unterrichten habe.
Er habe doch den Kollegen Dr. Schermann schon kennen gelernt. Wie er wisse, sei der Mann ein Mitarbeiter des BKA und zwar auf Fragen interner wie externer Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit im Bereich der inneren Sicherheit spezialisiert, jedoch auch kommissarisch bevollmächtigt, deshalb habe dieser Schermann im übrigen auch bei der Vernehmung der Kara Abdul mitwirken können, das sei alles juristisch einwandfrei gelaufen, wie er nur nebenbei erwähnen wolle. Was Hrdlala jedoch nicht wisse, und worüber er nun hier und jetzt unter dem Siegel der Verschwiegenheit in Kenntnis gesetzt werde, sei die Tatsache, dass der Generalstaatsanwalt beschlossen habe, Dr. Schermann mit dem heutigen Tag in die Ermittlungen im Fall Georg Goetz einzubinden und dem Herrn Hrdlala sozusagen als gleich berechtigten Kollegen und Partner zur Seite zu stellen, da sich Schermann mit dem Problem-Komplex BSE schon seit Monaten intensiv beschäftige. Dieser Beschluss sei zwar in Abstimmung mit den jeweiligen Abteilungen und Gremien getroffen worden, ist jedoch als eine inoffizielle Maßnahme zu betrachten und auch so zu behandeln, das heißt, es gelte strikte Diskretion einzuhalten. Nach außen hin werde ihn Dr. Schermann in seiner Funktion als Lehrbeauftragter der Hochschule der Bundeswehr in den kommenden Wochen sozusagen als teilnehmender Beobachter bei der Bearbeitung des Falles Goetz begleiten und beraten. Einzelheiten könne Hrdlala mit dem Berliner Kollegen selbst erörtern, mit dem er offen – und nach seiner Beförderung sozusagen auch auf gleicher Augenhöhe – über alles, was den Fall und auch den BSE-Komplex betrifft sprechen könne.


aus: JÄGER UND GEJAGTE – Episodenroman –
zur kompletten Geschichte bitte hier lang:
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Freitag, 12. April 2013
"SCHLECHTER STERN ÜBER LEIPZIG" – Auszug
Buch I Kapitel 3 – Stumme Zweifel –

Während seiner ersten Fahrt in einem ICE von München nach Frankfurt - er sollte in Frankfurt den Verleger Dummermann treffen, um zu erörtern wie die Verlagswerbung den seit Hartz-IV wieder in Mode gekommenen Trottel-Protestantismus in den so genannten neuen Ländern am besten für sich nutzen könnte - hatte sich ein erster stummer Zweifel erst nur am Sinn einer damals schon dann und wann, wenn auch nur als irrwitzigen Scherz erwogenen Lese-Reise, und warum nicht auch bis nach ganz hinten unten eben Leipzig aufgeworfen. Brandon Hurst hatte damals – wir sprechen von der Endphase der Herrschaft einer rotgrünen Regierung des Staates – seinen Wagen aus finanziellen Gründen abmelden und verkaufen müssen, exakt formuliert hatte Brandon ihn einen Tag vor besagtem Verlags-Termin verkauft. Übrigens weit unter Wert, denn er brauchte dringend Geld und konnte um den Preis deswegen nur schlecht bis gar nicht verhandeln.

Und er war es auch nicht gewohnt, mit der Bahn zu fahren, dann, wenige Tage später: Noch schlimmer als der erste Eindruck in diesem ICE erschien ihm nur die Vorstellung, voraussichtlich und wenn kein zeitnahes Wunder geschehe (bestimmte Lottozahlen) sehr bald nicht nur die paar Stunden von München nach Frankfurt, sondern tage- ja wochenlang in so einem Zug und auch noch nach und durch Ostdeutschland zu reisen.

Wieder später, sehr viel später, nun vor dem Schalter des Münchner Hauptbahnhofes, als er sich über die für seine ausgemachten Ziele günstigsten Verbindungen und Bahn-Tarife Klarheit verschaffen wollte, ahnte er erneut und nun freilich sehr deutlich, dass sehr wahrscheinlich tatsächlich schwer zu ertragen sein würde, worauf er sich mit Dummermann eingelassen hatte, aber letztlich war es natürlich "seine Entscheidung" (Dummermann). Praktisch hatte er natürlich keine Wahl. Aber wem sagte er das? Er musste doch fahren, brauchte ja dringend und unbedingt schon wieder Geld, auch und ironischerweise nicht zuletzt, um Dr. Heckle, eine ihm an und für sich seit Jahren ebenso symphatisch wie ihm wohlwollend erschienene Frau möglichst erfolgreich davon abzuhalten, ihn wegen längst überfälliger, schon mehrmals zur Zahlung angemahnter Mietzinsen aus seiner Wohnung im vierten Stock eines im klassizistischen Stile erbauten Anwesens an der Frauenstraße direkt gegenüber dem Viktualienmarkt zu klagen, wie ihm eine Anwaltskanzlei mit Gerichtsstand Augsburg, wo Frau Dr. Heckle mehrere Brauereien besaß und von dort aus (Augsburg) neben mehreren ringsum den Viktualienmarkt gelegenen Gebäuden auch noch mehrere weitere, noch größere Immobilien in ähnlich zentralen Premiumpreislagen der Münchner Alt- und Maxvorstadt professionell bewirtschaften und von Leuten wie diesen Anwälten verwalten ließ, schriftlich mitteilte, – und es war doch eine gute, eine neue Chance, wie Dummermann auf dem Römer gesagt hatte.

Von ihm kam die Idee, kurz gesagt. Dummermann hatte ihm dazu auch noch vorgeschlagen – aber da waren nach dem vorzüglichen Dessert sozusagen auch die vorzüglichen Käse des sich über insgesamt sechs Gänge erstreckt habenden selbstverständlich insgesamt vorzüglichen Arbeitsessens in Dummermanns Stammlokal auf dem Römer am Ende der Fressgass praktisch auch metaphorisch, das heißt bildlich gesprochen, längst gegessen – die gesamte Organisation der Lesungen von seinem Frankfurter Büro aus in die Hand zu nehmen, wenn Brandon das wollte und für sinnvoll halten würde.
„Es ist nur ein Angebot“, hatte Dummermann schon während der Suppe (Spargelcreme ohne Einlage) gesagt, und „bitte“ gefolgt von „aber überleg es dir gründlich, Brandon“, denn es sei ja ganz allein seine "Entscheidung" (das Zauberwort fiel, als der Guakamole-Auflauf serviert wurde, Dummermann hatte wie gewohnt das Essen bezahlen wollen und "schließlich bin ich Verleger, ich kenne mich aus" für sie beide bestellt), als ob Brandon in seiner Lage fähig gewesen wäre, sich auch nur einen Moment lang etwas zu überlegen, und das auch noch gründlich. Er war ganz einfach am Ende, auch psychisch. Das war die Lage. Und genau genommen auch der alleinige Grund, besser gesagt, die einzige Erklärung, warum er sich dann zum Beispiel nur wenige Wochen nach diesem Treffen und Essen und dieser "Beratung" (Dummermann; im Buch schrieb dann Brandon natürlich fiktionalisiert und verkappt von "Erpressung"), wie der sprichwörtliche Ochse vor dem Berg frühmorgens im Hauptbahnhof München vor einem Schalter der Deutschen Bundesahn AG wieder- nein, nicht zurechtfand und vorkam.

Zu schwach und zu lustlos, die Angaben der Angestellten in Frage zu stellen, ihren Ausführungen gar offen zu widersprechen, hatte sich Hurst von einer Dame an diesem ihm von einem für Informations-Service zuständigen und wie Hurst augenblicklich dachte „dummerweise privatisierten Eisenbahner“ zugewiesenen Schalter eine sogenannte Bahncard aufschwatzen lassen. Als er das Antragsformular in Händen hielt, zusammen mit etwa 15 losen ausgedruckten Seiten des Zentralcomputers, die ihm über das genaue Wann und Wo der Abfahrten und Ankünfte der Züge exakte Auskunft geben sollten, spürte er nicht nur ein wenig, sondern praktisch mit seinem ganzen Körper, dass etwas nicht in Ordnung war, und zwar nicht nur in und mit ihm nicht in Ordnung war, sondern überhaupt nicht in Ordnung war. Denn nicht nur – um diese leidige, doch letztlich nebensächliche, verglichen mit dem was daraus folgen sollte ja durchaus harmlos, beinah läppisch wirkende Passage dieses Themas, will sagen, dieser verfluchten Reise und dieses Lesens in diesen Rechts-Schreibvorschulen mit ihren Preistexterkitas im neuen deutschen Osten endlich mal abzuschließen und endlich zu vergessen – in diesem ihn bis auf zwei Euro siebzehn Cent sein letztes Bargeld kostenden Handel witterte er Betrug – mehr als Betrug, ahnte er Schlimmeres, als bloß über den Tisch gezogen zu werden, sondern irgendwie (tief) hinunter, fühlte sich selbst auch unvermittelt abwärts gezogen, gesogen, gesaugt o. Ä. in etwas hinab und hinein jedenfalls, nein, vielmehr ganz stark hinunter gesogen was sich gleichzeitig gleichsam auch gleichsam gleichzeitig in ihm wie ein Abgrund, oder wie ein Fall, oder so ein Absturz, also wie so ein schräger, schlechter, nein, in diesem Moment konnte Brandon Hurst natürlich noch gar nicht wissen, geschweige denn klar oder auch nur deutlich, oder auch nur undeutlich sagen, was ihn in den kommenden Monaten erwartete und am Ende beinah auch ums Leben gebracht hätte, wenn ganz am Ende nicht diese fremde blauäu-, kurzum: 'Es ist sehr gut möglich, dass dieser sonderbare Titel und mit ihm der auch für Branchenkenner bis heute unerklärliche Erfolg dieses kurioserweise letztlich gar nicht in der BRD, sondern in den USA, Frankreich, den Staaten der russischen Föderation sowie last not least Estland verlegten und in erster Hand herausgegebenen Buches (SCHLECHTER STERN ÜBER LEIPZIG) sich auch und auch gerade aus diesen Momenten speiste (spieß? spie? Anmerkung Memo: Schlussredakteur wg. Kanzlei-Stil und diesen Vergangenheitsverbformen fragen!)

Schon die Idee! Schon die Idee, in den Osten zu fahren, um bestenfalls 1000 Euro in Leipzig, etwas weniger in Erfurt und vielleicht auch in Gera das vom ortsansässigen Kunstverein ausgeschriebene Preisgeld abzugreifen, roch von vorn herein ungut. Brandon konnte nur noch den Kopf schütteln. Sagen konnte er dazu nichts mehr. Allein im Zug. Unter und eingepfercht zwischen Thüringern. Freilich, Gründe für seine Furcht, vielleicht in Erfurt oder Gera, spätestens in Leipzig für insgesamt nicht mal 3000 gleichsam in für ihn dort aufgestellte Fallen zu laufen, gab es im Vorfeld (Frankfurt) faktisch und offensichtlich keine. Vielmehr hatte sich Brandon wie übrigens sehr oft in diesen Wochen und Monaten (der Endphase der rotgrünen Regierung) gesagt, dass nur er selbst es sein konnte, mit dem bei dieser oder jener Sache (Stand und Würde von Frauen; Mietrückstandsfragen, berufliches Fort- und Weiterkommen, Verstand vulgo Verständnis und Begriff dieser unserer Welt en gros) etwas nicht stimmte, nicht stimmen konnte. Und Gründe nicht nur Anlässe (u.a. oft Streit), dies zu befürchten, gab es ja nun wirklich genug. (Rechnungen! Streit, aber das schrieb ich schon) Doch daran wollte Brandon (nun nach "München-Frankfurt und zurück" also schon wieder in so einem dummen Zug, diesmal aber ohne 24 Stunden Rückfahrticket und Chance in Richtung und damit in den Osten sitzend) nicht denken.

Sinnvoller war es, dachte er sich wahrscheinlich, (denn wie es in einem drinnen aussieht, geht erstens keinen was an, bekanntlich, und ist zweitens auch nur sehr schwer zu eruieren, nachträglich und von den Außenstehenden), das Bündel undeutlicher Zweifel und Bedenken mit der absolut unzweifelhaften Feststellung möglichst weit und breit zu zerstreuen, dass die Reservierung seines Sitzplatzes im Nachtzug doch geglückt sei, trotzdem es unmöglich war, sie telefonisch vier Stunden vor der Abfahrt zu bestätigen, was die andere Schalterdame, welcher der ersten Beihilfe leistete bei ihrem Verkaufsgespräch nach Abschluss des Handels geraten hatte, wenn er, wie sie es – nicht ohne Süffisanz und dazu eine Redewendung Brandon Hursts in schier beleidigend nachklingender Herablassung wiederholend – formulierte wirklich auf Nummer sicher gehen wollte.

Auf Nummer sicher gehen. Wollte er das wirklich? Jedenfalls hatte er diese teure – und wie sich herausstellen sollte – für seine Zwecke völlig nutzlose Bahncard bei sich sowie ein modernes Aufzeichnungsgerät, um seinen Weg zu machen. (...)



Aus: SCHLECHTER STERN ÜBER LEIPZIG, 2005/6, für THE GREAT GATE etwas überarbeitet, copyright AOtteneder, Kontakt siehe Impressum

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Dienstag, 12. Februar 2013
Do you realize that happyness makes you cry?


negativ 2002 (?)

http://thegreatgate.blogspot.de/

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Samstag, 24. März 2012
Komischer Text
Konzept Was kostet herrschaftsfreie Kommunikation

Inhalt:

Anlässlich eines Todestages versammeln sich entfernt verwandte Nachkommen der Gründer des Instituts für Sozialforschung zu einem Treffen mit führenden Vertretern des Verwaltungsrates der heute unter diesem Namen bekannten Einrichtung.

Die Enkel der Herren Pollock, Weiß und Horkheimer wollen wissen, was aus dem Erbe ihrer Urgroßväter geworden ist und bitten den Verwaltungsrat, ihnen aktuelle Beispiele wissenschaftlicher Arbeiten vorzustellen, die den gegenwärtigen Stand der ursprünglich unter dem Markenzeichen Kritische Theorie genannten Forschung anzeigen.

Das Treffen findet in betont lockerer Atmosphäre statt, trägt jedoch die Züge eines Tribunals, denn die Nachkommen haben angekündigt, dass sie dem Verwaltungsrat per einstweiliger Verfügung des hessischen Landesgerichts künftig untersagen werden, einschlägige Texte und Begriffe der Kritischen Theorie in freier Willkür zu verwenden, wenn sie nach den Referaten den Eindruck gewinnen sollten, dass das Werk der Institutsgründer erstens sinnwidrig und zweitens zur Befriedigung eines partikularen Geschäfts- anstelle des im Stiftungszweck ursprünglich formulierten allgemeinen Erkenntnisinteresses verwendet worden sei, da sie als die Erben dieses geistigen Eigentums dafür sorgen wollten, dass mit den nach international geltender Gesetzeslage ihnen gehörenden Urheber- und Verwertungsrechten an den Quellentexten kein Schindluder getrieben wird.

(AO, 2006 oder so, kein Witz, ich trau den Brüdern nicht und weiß tatsächlich nicht, wann genau ich das in mein, was heißt mein? in den von mir gekauften tragbaren Rechner mit eingebautem Textverarbeitungssystem getippt habe, aber 2006 wird schon stimmen, bei apple&word jetzt nachzuschauen wär mir zu blöd und ist mir, kein Witz, zu gefährlich...)

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Donnerstag, 25. November 2010
Für Hugo und K. K. – Alte Geschichte
1994. Airport, Anfang Februar

„Professorchen“ kicherte die junge Schönheit, sie hieß Verena, Ellen, oder Venecia, keine Ahnung, ich nannte sie Evelien, weil sie mich an was erinnerte wie ich bin todmüde und sie rutscht nur ein Stück, Evelin, es genügt wenn wir uns gut verstehn, Evelien, wenn es Liebe wär´, könnt ich ewig mit umgehn. „Na wo bleibst du denn Professorchen“, quengelt also diese Evelyn. Sie wollte mit ihrem Hugo in die Charterhalle, endlich Abschied feiern und verlangte Oellers Augengläser. Die fand sie wirklich todchic.
Christoph nestelt sich sein dünnes Soldatenbrillchen von den Ohren und gibt sie dem Mädchen, wie verlangt.
"Und?", will Evelyn wissen. "Wie seh ich aus?"
"Hübsch"
"Klasse!"
"Ganz bezaubernd"
"Nicht wahr?"
Alle Augen auf Christoph. Jetzt sollte unser Fahrer etwas Nettes sagen.
Evelyn wartet.
Und?
Aber Christoph Oellers muss erst noch kurz überlegen. Überlegt und überlegt, und nachdem er sich erst mal mittels verreibenden Druck auf die Augenlider an den wieder ungewohnt fremden Blick durch die alte Sehschwäche gewöhnen muss, sucht er jetzt - nein er ringt sichtlich nach der richtigen, der passenden, der genau auf den Punkt kommenden, auf diese Frage einzig möglichen... „Na?!“ „Na?!“ Oh je. Christoph. Das dauert doch viel zu lang. Wie immer. Bevor sich Christoph Oellers sicher ist, was er der jüngsten Eroberung seines alten Freundes Erbauliches mitteilen will, hat die schon wieder ganz was anderes im Sinn. Als kokette Unschuld streckt Evelyn dem Rotschopf Kirk einen niedlichen Cognakschwenker entgegen. Kirk soll ihr aus der großen Pulle Schampus nachschenken bittesehr, aber schnell, denn warum sonst sind wir denn hierher raus zum Flughafen gefahren? Kirk Kirchberger – ganz professioneller Könner mit den Frauen, – kennt diese Szene und lässt den Schampus – aber Hallo, der Mann ist fast Filmstar und ein Checker – ganz cool aus der von seiner ausgestreckten Hand am unteren Ende gehaltenen Flasche in das ihm hingehaltene Gläschen perlen. Wir anderen haben noch. Na dann Hugo. Guten Flug. Flug?

Ach ja genau! Wo bitte geht es hier zum Einchecken? Schießt es Hugo durch seine kleine momentane Absence. Ich muss ja jetzt dann fliegen.

Jetzt also Hugo.
„Tschuldigen Se mal, Wissense vielleicht wo hier der Schalter von den Kuwaitairlines ist?“ – – „Ach Sie gehören gar nicht zum Personal?“ – – „Ja Verzeihung, aber ich dachte mir, wegen Ihrer Mütze und dem netten Kostümchen, dass Sie – –„
- Aber da stehts doch Hugo! Kuwait Airlines. Da vorne.
Hugo schaut.
„Jut. Aber sach ma, kannste mal die eine Tasche nehmn. Sehr schön. Na Jungens, gleich seid ihr mich los. Wie fühlt ihr euch?“

Ja wie fühlen wir uns? Gute Frage. Wie man sich halt so fühlt an einem verregneten Dienstagvormittag anfang Februar nach fast einer Stunde im beengten Opel Rekord, in dem einem schon beim Einsteigen Haschisch und Schampus gereicht wurde. Etwas aufgekratzt und kirre fühlt man sich halt. Wie frisch befreite Kohlensäure. Wie der Restalkohol von letzter Nacht. Ohne Schlaf, gleichzeitig todmüde und knallwach. Letzte Nacht wurde nämlich nicht geschlafen, dafür schwer gesoffen. Aber das Gefühl kennen wir. Nur das Kiffen am frühen morgen. Das bringt einen wie mich etwas durcheinander. Also. Wie ich mich fühle? Ha. Gute Frage. Sehr gut eigentlich. Aber die Frage ist und muss natürlich, vielmehr heißt jetzt plötzlich: Hm, hab ich sie noch alle? Das kann doch jetzt alles gar nicht wahr sein.

Denn neben der großen Tasche, dem kleinen Rucksack und dem Ghettoblaster aus deren Mitte sich jetzt wieder Kirks edle Pulle stolz erhebt, wartet – ein Filmteam. Und das dauert, bis einem das so richtig klar wird. Drehen die das jetzt mit? Und warum?! Andererseits. Einfach so geht Hugos großer Trip natürlich nicht über die Bühne. Warum soll da also nun gerade zufällig kein Filmteam stehen?
Evelyn hat die auf sie gerichtete Kamera und die Herren, die gelangweilt an ihren Zigaretten ziehen schon vor dem Passieren der Lichtschranke kurz vor dem Glasportal zur Wartehalle mitgekriegt. Jetzt ist es unser lieber Christoph, der – nicht nur um bei Evelin verlorenen Boden wieder gut zu machen – sich einfach so ansatzlos vor sie hinstellt und wissen will, worauf denn die Herren warten? Und ob, wenn wir schon mal alle hier sind, es denn nicht zu machen sei, so einen jungen Wissenschaftler, der sich auf eine abenteuerliche Forschungsreise ins hinterste Indien begibt, ein wenig dokumentarisch für die Nachwelt festzuhalten. „Das müsste doch drin sein, oder? Was meinen Sie?“
In solchen Sachen ist der Mann gut. Einfach verhandeln und weiter quatschen ohne Ende. Überhaupt Aquise, Menschenmarketing, Durchlabern. Ein richtiger Fitti. Hans Meiser ist Autist dagegen. Ährlisch!

Und da zünde ich mir lieber eine an, weil das jetzt länger dauern kann, so eine spontan vom Zaun gebrochene Unterhaltung. Während sich Evelyn, Hugo und Kirk zusammentun und kommunikativ Platz machen, um dem Verhandlungsführer bei seinem Talk im Stehn nicht in die Quere zu kommen, erklärt Oellers - seinen Gegenüber wie üblich sofort für sich und seine erfrischend kindisch dreiste Art einnehmend – dass es sich hier und jetzt tatsächlich nicht etwa um einen Scherz handelt, wie der von der modernen Medienflut bekanntlich nur allzu oft überfahrene moderne Mensch geneigt ist zu glauben, sondern dass dieser junge Mann hier wahrhaftig nach Indien fliegen muss, um dort zwecks Erlangung eines Doktorgrades im Fache Psychologie Gruppenexperimente mit mitteleuropäischen Weltreisenden durchzuführen.

Ja ja. Die deutsche Universität nicht wahr. Wer hätte das gedacht, zu welchen Leistungen diese viel gescholtene Bildungsanstalt dieser Tage doch noch in der Lage ist. Schickt die doch glatt einen ihrer Absolventen auf großen Feldversuch. „Wie Goa, kennen Sie nicht?“ Das Teneriffa der Technoravegeneration, wo sich die jeneusse doree seit einigen Jahren zur großen, immerwährenden Weltparty zusammenfindet. Sozusagen. Professorchen Oellers hat das natürlich etwas differenzierter ausgeführt. Aber egal.
Weil so leid es dem Mann tut, und so gern er sich auch die schrecklich nette true storie dieses jungen Mannes anhört - sorry but das Filmteam kann ihm seinen kleinen Wunsch nicht erfüllen. Der historische Moment kann leider nicht auf Zelluloyd festgehalten werden. Schließlich wird die Crew dafür bezahlt, für Ede Zimmermanns Freitagabendkrimi hier jetzt gleich die große Schlüsselszene der polizeistaatlichen Ermittlung ausgekochten Kreditkartenbetrugs in Tateinheit mit schwerem Raub herunterzukurbeln. Ja Nein. Schon richtig gehört: ZDF. Aber die Produktionsfirma gehört dem Ede Zimmermann, natürlich, der Eduard Zimmermann lässt diese Filmchen schreiben drehen, denkt sich am Schneidetisch selber nur noch die passenden Stellen für seine legendären Überleitungen aus (Ich rufe Zürich!...Hallo Peter Nidetzky in Wien...) und verkauft dann die fertigen Folgen als Live-Sendung komplett inkl. seines Parts als Host und Nummerngirl an unsere zweite vom Alten Konrad persönlich erfundene öffentlich-rechtliche CDU, die für die innere Sicherheit erfundene Fernsehanstalt, kurz ZDF, die sich also immer schon die Feder hätte anstecken können, Reality-TV und dessen einschlägigstes Genre Horrorvideo erfunden zu haben, wenn hausintern eben nicht seit Jahren diese Losung im Kampf gegen die Privaten ausgegeben worden wäre, man sei seriös, garantiert sauber und anders als die anderen eben ex cathedra, proforma und familia, Adenauers, Konrad Gegengewalt im Kalten Krieg um die Macht und Prozente.
Ja so war das, alte Geschichte, und die Zigarette ist inzwischen auch ausgetreten. Will noch wer Champagner. Nein? Im Moment nicht. Schade
Es scheint also nichts zu werden mit der großen Last-Call-To-Mr.-Hugo-Kerr-Live-On-The-Airport-Reportage. Schon weil ausgerechnet jetzt auch noch die angeheuerten Die-Kriminellen-und-das-Opfer-Darsteller, angeführt von einem eigentlich schon ordentlich berenteten Regisseur (Staudte, Stahlnetz, der Jäger vom Silberwald, Edgar Wallace, das war seine Zeit) durch die Lounge auf die Kamera zuschlendern, gerade etwas überrascht und mit diesem fragenden Blick, was denn dieser Junge mit den zotteligen Aboriginiehaaren, dem waldgrünen Landsermantel und dem roten Schal mit ihrem Kamerassi zu bereden hat?
Zugegeben. Als Truppe sehen das Münchner Starlet mit der naseweis aufgesetzten Gelehrtenbrille und Hugos blaßblauer original chinesischer Maurerkappe, der Rotschopf Kirk in seinen Bruce Lee Copkillerklamottten (schwere Stiefel, Ike-Lederjacke, tantrisches Brimborium im linken Ohr und um den Hals), der gut bekiffte, natürlich auch heute kanarienmäßig schillernde Hugo sowie der ebenfalls nicht nach der landesüblichen Angestelltentracht angezogene Typ, der sich mit Hugo gerade eben über zwei irritiert äugende Ausgaben der Münchner Flughafenpolizei scheckig lacht, weil die so lässig verklemmt an ihnen vorbeischreiten, als wäre der Ordnungsmacht himself gerade je zwei Säckchen Koks zwischen den Arschbacken verrutscht, schon etwas seltsam aus. Und auch wenn der öffentliche Genuss von Alkohol und Tabakwaren auf deutschen Flughäfen noch nicht verboten ist, sondern erlaubt. Machen tut das nun auch wieder nicht jeder.
Die Polizei, die normalerweise schon allein deshalb eingeschritten wäre, weil sie ja schauen muss, ob sie erforderlich ist, um Schlimmeres zu verhindern, verdrückt sich lieber. Vielleicht sind die jungen Leute Menschen vom Film. Kennt man ja solche Schamlosigkeiten in der Öffentlichkeit.
Auch der alte Regisseur fühlt sich an den spinnerten Fassbinder erinnert, was bei dem Mann aber keine schönen Gefühle weckt (damit fing ja die ganze Scheisse an, ewig das Gequatsche von den Schlampen, da gings bergab im deutschen Film zwischen 5 und siebenundsechzig, dass der irre Faßbinder die Weiber hat mitreden lassen; gesoffen und gehurt hamm wir ja genau so. Was sag ich, kein Vergleich! Der Kurt Jürgens, mein Junge, was der damals so in einer Nacht versaubeutelt...) – Jetzt aber Schluss hier. Der Chef muss seine Leute in Ordnung bringen. Zeit ist Geld Männer. Los, los. Können ja nicht den ganzen Tag hier dumm rumsten und Gucklöcher in die Luft glotzen.

Christoph gibt – ganz seltener Fall – auf, verabschiedet sich höflich und bedankt sich für die beiden Photos, die der Kameramann dann doch netterweise von der fröhlichen kleinen Reise-Gesellschaft geschossen hatte, als kleinen Trost sozusagen, weil das mit der Filmerei nicht gegangen war.

Also alles wieder auf Anfang. Könnten Sie. Können wir? Ja, selbstverständlich. Und wie wir dann so zusammen zusehen wie der Regisseur den Schauspielern kurz noch mal die Szene erläutert und nebenbei jetzt wieder kurz vom Schampus schlürfen, fällt Hugo ganz überraschend wieder ein, dass das nette Fräulein vorhin am Schalter doch gesagt hatte, er sollte gleich da vorne links durch den Gang gehen, denn da würde doch sein Flieger schon auf ihn warten. Und schon hat ers nu eilig. Wär ja ein schlechter Witz jetzt, hier aus reinem Spaß diesen Flieger da zu verpassen. „Wirklich Leute, jetzt is Absiff. Ich muss.“
Zuerst ist Evelyn drann. Hugo nimmt sie in den Arm, drückt sie fest an sich, sagt was Liebes, dann einen tröstlichen kleinen Scherz, ja man sieht sich ja wieder, spätestens im nächsten Winter, nicht weinen Kleines. Evelyn versuchts. Der Mann meint das ja ernst, und sie freut sich. War sehr schön und hat gut getan den getroffen zu haben. Nicht nur weil er ihr letzte Woche noch ganz umsonst ihre Facharbeit in Pädagogik geschrieben hat, die sie vielleicht sogar ums Abitur gebracht hätte. War wirklich eine schöne, total schöne Zeit, verknallt in Hugo Kehr, wenns Liebe wär, könnt ich ewig mit umgehn. War das der Abschiedskuss? Mal sehen. Man ist ja nicht aus der Welt, kann sich schreiben, telefonieren und kommt ja auch zurück. Aber jetzt muss man sich erst mal wieder los lassen, denn jetzt ist Kirk dran. Na! Weil man sich nicht allzu lange kennt, eigentlich erst seit Christoph ihn als den Typen aus der Fußballmannschaft vorgeschlagen hatte, der ab jetzt Hugos Zimmer haben wird, und sich aber eben doch auch auf Anhieb gut verstanden hat, wird sich also jetzt ganz freundschaftlich umarmt. „Junge, komm bald wieder, hätt ich fast gesagt, bescheuert oder?“ „Und ich, dass du mir meine Blumen auch ordentlich versorgst, dabei hab ich gar keine.“ „Na ja. So ist das Leben.“ „Schon auch verrückt, wenn man darüber nachdenkt.“ „Werd ich mal tun, wenn ich Zeit dafür hab.“ „Also dann. Take care for the Wasserpfeife.“ „Abgemacht.“
So. Schön. Eigentlich wär jetzt der dunkelblonde Typ dran mit Abschied nehmen, damit sich Hugo (Martin) Kerr und Christoph (Professorchen) Oellers, die sich seit ihrer Schulzeit kennen und jetzt schon beinah zehn Jahre in eheähnlichen Verhältnissen als wildes Heteropärchen ein exotisches Zusammenleben führen, ganz zuletzt tief in die Augen schauen könnten, damit es dem einen oder anderen womöglich eine heiße Träne herausdrückt. Jedenfalls stellt sich der Typ das so vor. Aber Hugo wirft die klassische Dramaturgie so einer richtig perfekten sentimentalen Trennungsszene kurzerhand über den Haufen. Er entscheidet, sich schnell, kurz und schmerzlos dem Rheinländer wortlos an die Brust zu werfen, sich von ihm liebevoll die Schulter klopfen zu lassen, Oellers ebenfalls wortlos, (Sensation!) – und lässt also das wirklich letzte Wort, das vor dem großen Gate zum Flieger hier face to face gesprochen wird, dem anderen Freund. Der umarmt ihn dann auch, sagt zum Abschied statt leise servus, lieber echt gerührt und stellvertretend für alle, die diesen verrückten Vogel ins Herz geschlossen haben (hach, Männer!) machs gut und pass auf dich auf, dann schickt er ihn mit einer aufklappenden Deckungshand an die Rippen in Richtung Gang. (Wie er es bei den Boxern gelernt hat: du sollst deine Freunde nicht langweilen, schau, dass du Land gewinnst, und nimm´s nicht persönlich.)
Hugo nimmt sein Gepäck und das schwere Aufzeichnungserät von SONY und macht sich auf den Weg. Bevor er ihnen, was der Kameramann längst gesehen und befürchtet hat, durchs Bild läuft und die Szene schmeißen kann, hält ihn der alte Regisseur am Ärmel seiner roten Jacke fest und sagt ihm, er soll mit seinem Pass jetzt zu dem linken Beamten gehen, weil der rechte da vorne ist nicht echt, klar? Und während Hugo dann am Ende also doch in einer der unendlichen Geschichten aus Ede Zimmermanns Welt der Nepper, Schlepper Bauernfänger mitspielt, mischt sich in das Gelächter der winkenden Abschiedsgesellschaft eine weiche, weibliche Stimme, die durch die Lautsprecheranlage säuselt: Last Call for Mr. Hugo Kerr, Flight Munich Kuwait... Mr. Hugo Kerr –
Und wer gute Ohren hat, und ab und zu den Ede Zimmermann kuckt, der hat das womöglich auch schon mal gehört – und den Professor Doktor Hugo Martin Kerr auch schon mal gesehen, wie er durch dieses Bild läuft, ohne zurückzuwinken, so als wollte er bald zurückkommen....

Nachklapper, so ca. 15 Jahre später: Tatsächlich kam Hugo nach ein paar Monaten wieder nach München zurück und nicht wie geplant erst ein Jahr später. Allein der Flug nach Indien dauerte für ihn etwa 14 Tage, weil er im Flugzeug einen Acidhead kennen lernte, und dieser verrückte Hund auch nach 32 Stunden ohne Schlaf einfach nicht Nein sagen kann, wenn er das bekannte Wort Trip hört. Und schon gar nicht kurz vor der Landung in einer hinteren Ecke eines ihm eher fremden Kontinents. Und jetzt ist er auch schon wieder fast zehn Jahre ordentlicher Professor, stand vergangenen Samstag pözlich wieder vor mir in der Kunstakademie rum und meint, wir sollten das alte Benn-Team wieder auf die Bühne schicken. Machen wir. Ich wusste auch gleich wann und wo. Januar 2011. Programm für KIA (Künstler Ist Anwesend) Nach JA, Ja doch. Ganz einfach. So kann´s gehn.

Also Stress-Susis, hört endlich auf, ans Scheißefressen zu glauben. Sich abrichten zu lassen macht nur blöd. Und noch unglücklicher. Und sonst gar nichts.


Die ersten 14 Tage waren natürlich der Horror, klaro. Aber hey, so ist das in der wirklich freien Welt, that´s life!

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Montag, 31. Mai 2010
Kopie (aus) der Arbeit vom 27. April 2009
Wasserfarbe Zeichenkarton Vdeishot iPhoto

Diese sechs bis zehn Prozenz Verlust an industriell produzierten Gütern und Dienstleistungen gegenüber der Jahresproduktion 2007/8 haben es in sich. Es geht ja da nicht um den berühmten ungeheuren Berg an Waren, den die volkswirtschaftlichen Ameisenhaufen, die sich Nationen nennen binnen einen Jahres auf der einen Seite auftürmen, auf der anderen verzehren müssen, um sich zu erhalten, sondern um das Loch, die diese sechs von 100 gestern vor einem Jahr noch ausgegebenen, heute aber fehlenden Euro an Umsatz in die Bilanzen all jener Unternehmer reißen, deren Geschäft nichts anderes als der Handel mit solchen Umsätzen ist. Denen fehlen jetzt nämlich nicht nur sechs von Hundert abstrakten Recheneinheiten, sondern sechs mal x von nicht nur einhundert, sondern allein in Deutschland acht bis zwölfhundert Milliarden Euro, als die so ein Produktionsrückgang der verarbeitenden Industrie in den Bilanzen ihrer Finanzdienstleister zu Buche schlägt. Nehmen wir an, es sind 1000 Milliarden, also eine Billion Euro, die die ogenannte deutsche Industrie 2007 an Umsatz verballert hat, und nehmen wir ferner an, dass für jeden damals umgesetzten Euro, wenigstens zwei als Vorschuss ausgegebenen werden mussten, dann haben wir hier und jetzt ein Loch in der Finanzierung in Höhe von 2 mal 6% von einer Billion, macht runde 2 mal 6% von 1000 Milliarden gleich 12 mal 10 Milliarden sind 120, macht also 120 Milliarden Euro, die unsere auf Industriefinanzierung spezialisierten Banken also jetzt schon mal aus ihren Aktiva ersatzlos streichen können, weil sie die Revenue dieses vorgeschossenen Betrags nicht erleben, egal was und wie viele Tränen die Kanzlerin dazu weint. Ihr Geld ist eben weg und als investiertes Kapital vernichtet, sie haben also schon einen ganzen Haufen Vermögen verloren, noch bevor auch nur ein Unternehmen, für das diese 6% Geschäftseinbuße zutrifft, auch nur eine Gewinnwarnung ankündigt oder eben Konkurs anmeldet, weil 6% weniger Umsatz erträgt eine Firma, wenn Substanz da ist, bestenfalls ein halbes Geschäftsjahr, mit Subventionen vielleicht ein ganzes, aber dann auch nur, wenn die Auftragseingänge schlagartig um ein Zehntel nach oben schießen.

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Sonntag, 30. August 2009
Kleine Intervention gegen den herrschenden Faschismus
Diese sechs bis zehn Prozenz Verlust an industriell produzierten Gütern und Dienstleistungen gegenüber der Jahresproduktion 2007/8 haben es in sich. Es geht ja da nicht um den berühmten ungeheuren Berg an Waren, den die volkswirtschaftlichen Ameisenhaufen, die sich Nationen nennen binnen einen Jahres auf der einen Seite auftürmen, auf der anderen verzehren müssen, um sich zu erhalten, sondern um das Loch, die diese sechs von 100 gestern (Text ist von Montag, 27. April 2009, Anmerkung Admin, 30. 08.09) vor einem Jahr noch ausgegebenen, heute aber fehlenden Euro an Umsatz in die Bilanzen all jener Unternehmer reißen, deren Geschäft nichts anderes als der Handel mit solchen Umsätzen ist. Denen fehlen jetzt nämlich nicht nur sechs von Hundert abstrakten Recheneinheiten, sondern sechs mal x von nicht nur einhundert, sondern allein in Deutschland acht bis zwölfhundert Milliarden Euro, als die so ein Produktionsrückgang der verarbeitenden Industrie in den Bilanzen ihrer Finanzdienstleister zu Buche schlägt. Nehmen wir an, es sind 1000 Milliarden, also eine Billion Euro, die die ogenannte deutsche Industrie 2007 an Umsatz verballert hat, und nehmen wir ferner an, dass für jeden damals umgesetzten Euro, wenigstens zwei als Vorschuss ausgegebenen werden mussten, dann haben wir hier und jetzt ein Loch in der Finanzierung in Höhe von 2 mal 6% von einer Billion, macht runde 2 mal 6% von 1000 Milliarden gleich 12 mal 10 Milliarden sind 120, macht also 120 Milliarden Euro, die unsere auf Industriefinanzierung spezialisierten Banken also jetzt schon mal aus ihren Aktiva ersatzlos streichen können, weil sie die Revenue dieses vorgeschossenen Betrags nicht erleben, egal was und wie viele Tränen die Kanzlerin dazu weint. Ihr Geld ist eben weg und als investiertes Kapital vernichtet, sie haben also schon einen ganzen Haufen Vermögen verloren, noch bevor auch nur ein Unternehmen, für das diese 6% Geschäftseinbuße zutrifft, auch nur eine Gewinnwarnung ankündigt oder eben Konkurs anmeldet, weil 6% weniger Umsatz erträgt eine Firma, wenn Substanz da ist, bestenfalls ein halbes Geschäftsjahr, mit Subventionen vielleicht ein ganzes, aber dann auch nur, wenn die Auftragseingänge schlagartig um ein Zehntel nach oben schießen.

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