Freitag, 26. Oktober 2007
KROKUSLIED
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Im Märzen der Bauer die Orange schält, schaut gespannt, wo seine Rösser wieder bleiben. Und die Vögel. Auch schon da? Oder dort? Wer zieht denn diese großen Kreise dort? Hat ein Flugzeug sich verflogen, sucht den Süden Nordnordwest? Sakrament! Wie einen die Luft heut wieder in der Nase juckt!
"Hä?"
Und was es alles gibt, wo du denkst: Das gibts doch alles nicht! Wie dieses ultraharte Blau zum Beispiel. Hey! Schau halt rauf! Oder pennst du noch? Hey du Penner, was iss denn wieder los mit dir?
Gequengel in der Wohnung.
Es riecht nach Kaffe, nach Gasheizung und schlafwarmem Bett. Komm halt jetzt endlich, zieh dich an. Wir müssen mal raus, hinüber in den Park. Was Besseres als der Schluß von dem Film hier, wird uns da drüben auf jeden Fall passieren. (Here we go again, here we go go go... singt jemand aus dem anderen Zimmer, in dem natürlich die ganze Nacht durch der Fernseher gelaufen ist...) Ich sag dir eins: Die Hasen auf dem Sozius der brünftigen Maschinen, wie die ausschaun, wenn du mich fragst, diese Dinger, die sind echt. Echt Super. Tolle Titten.

"Ich hab dir gleich gsagt, daß das ein Schmarrn ist."
"Jetzt wart halt Annemarie."
"Zssss"

Minuten später stehen sie im Freien. Die Sonne über ihnen, scheint. Von gestern Nacht her weht noch ein Nachwind. Sanft weht er letzte, vergessene Bilder aus einem tiefen schlundroten Süden herauf. Warum sind die deutschen Liberalen gegen die Kronzeugen-regelung? Haben die vielleicht Sorgen? Oder vielleicht sogar richtige Angst, daß Möllemann über die Kinkel/ Genscher-Connection über Abs auspacken könnte?....Bilder und Gerüche der Schneeschmelzen der vergangenen Woche...aus erdigen Ritzen zwischen Ziegeldächern hervorgekrochen,...aus Poren, die lange, sehr lange, fest verschlossen waren...Vielleicht auch der Wehmut? Wir wissen es nicht. Wir stehen nämlich an einer Straßenecke, gleich neben einem Zigarettenautomaten. Noch viel zu weit entfernt, um zu kapieren, was sich da vorne gerade abgespielt hat. Was wir gesehen haben, läßt uns jede Möglichkeit offen. Europa sichert unsere Zukunft, sagt die SPD. Das kann ein Plakat sein. Das muß aber nicht stimmen.

"Hier darf mal nicht mal rauchen, oder?"

Womöglich geht es den beiden um Geschlechtsverkehr. Vielleicht handelt es sich auch nur um ein paar Kollegen, die sich an ihrem freien Tag den Spaß erlauben, auf offener Straße, heimlich heimlich, einen durchzuziehen. Kann sein, daß die zwei auch ganz was anderes vorhaben. Noch ist dieses Land eine Bundesrepublik, heißt es im Allgemeinen Deutschen Sonntagsblatt. Noch ist fast gar nichts klar. Nur daß die jetzt im Park sind, das ist sicher. Der Schluß von dem Film blieb offen. Vielleicht kannten sie ihn tatsächlich schon. Ficken wäre natürlich das plausibelste Motiv.Oder Wehmut. Na ja, keine Ahnung, was in den Typen wirklich vorgeht.

"Na und? Dein Problem."
"Jetzt sei halt nicht so."

Da zögern sie einen Moment. Iss was? Die warten vielleicht auf was. Auch wir warten. Warten bis die Tram vorüber fährt. Dann folgen wir den zwei jungen Männern über die Straße. Der eine, sehen wir, hüpft richtig beschwingt. Der andere bleibt ein, zwei Schritte dahinter, bewegt sich etwas langsamer. Dann, eben haben sie die ersten Bäume passiert, es sind Linden die 1946 gepflanzt wurden und inzwischen dicke, mächtige Stämme ausgebildet haben, bleiben die Jungs plötzlich stehen. Der eine hat eine schwarze Lederjacke an. Schaut jünger aus. Der andere hat seine Jacke offenbar zuhause gelassen. Es ist so ein seltsames Schwingen. Es liegt eine solche Leichtigkeit in der Luft. So jung. Dazu stürzt sich aus großer Höhe eine Schwalbe in die Tiefe. Dazu die Sonne. Was steckt dahinter? Clinton verliert Senat und Kongress und fängt an seine Koffer zu packen. Steckt was dahinter? Liegt es am Frühling? Ich weiß es nicht.

"Ich möchte jetzt aber eine rauchen!"

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Und plötzlich, aus über dreissig Meter Entfernung, springt einen diese Vorstellung an: Hie und da, gelb und lalila steht ein Krokus herum. Was sich so ein Krokus wohl so denkt? Denkt wahrscheinlich wie jedes Jahr. Wahrscheinlich zu früh. Verdammt.Bin heuer wieder zu früh.(Was weiß ich. Rast ja alles an einem vorbei. Mag sich ja kein Mensch mehr was merken. Nicht wahr? So ein jämmerlicher Krokus.) Schön hats der jedenfalls auch nicht unbedingt. Jedes Jahr derselbe doofe Aufzug. Jedes Jahr als Knallcharge auf die Welt kommen, wie der Gottschalk, X-Beliebig. Ja nein Danke. Das ist kein Leben. Das ist ein Kreuz.

"Redet der jetzt mit einem Krokus? Oder was will mir der da verzählen?"
"Pssst gnädige Frau, gedulden Sie sich Ihnen? Das war wohl gerade ein perspektivischer Wechsel. Ich würde gerne wissen, wie das jetzt weiter geht."
"Spinner!"
"Pssst!"
"Also ich hör mir das jetzt nicht länger an."
"Ruhe bitte. Gleich kommt sicher die Auflösung dieser seltsamen Anspielungen auf die deutsche Geschichte."
"Iss irgend was? Depp bläder!" (dreht sich nach hinten um, macht eine obszöne Geste, will aufstehen).
"Jetzt wart halt noch Annemarie. Ich trink noch aus."
"Das ist kein Leben. Das ist ein Kreuz. So ein Schmarrn!"

Die Kollegen sind natürlich schlauer, halten sich bedeckt. Na wo der Herrgott einen hinstellt. Selaviesellerie. Alter Krokusspruch. Wenigstens ist er hier nicht der einzige. Den Kamerad nebenan, hats noch ein gutes Stück schlechter erwischt. Bibert im Schatten grün und blau. Jedem sein Schicksal. Noch so ein Spruch. Jedem das Seine. Stand über Buchenwald. Kein Witz! Mir färbte mild die Sonne gelb der kalten Wasser eisige Knopsen. Mir schien es wenigstens schon einmal warm. Kennst du das? Warmes Licht von droben herab? Dafür bist du nie genug getarnt. Das passiert von einem Moment auf den anderen. Der eine schaute nach dem Einfallswinkel der Sonne. Der andere hat gerade nicht zugehört. Beide haben wie gesagt diese dunklen Blindenbrillen auf. Anscheinend kennen sie sich schon lang. Also doch. Das Leben im Park. Wenn das Wetter besser nicht mehr geht. Schon auch schön, find ich, findst nicht? (Blindenbrillen? Vielleicht tragen sie tatsächlich Blindenbrillen) Was aber, wenn du nichts hast, außer dieser Genugtuung, daß auch noch der allerletzte Schneerest schmilzt. Irgendwann. Und die Erde dann wieder uns gehört. Weil das eigentlich ja ein Witz ist. Bei dem kurzen Leben. Was heißt Witz? Das ist brutal.

"Brutal, ja genau. Brutal. Brutal langweilig. So ein Schmarrn."
"Jetzt sei halt nicht so, Annemarie."
"Ach wenns wahr ist! Buchenwald. Kein Witz. Mir färbte mild die Sonne gelb der kalten Wasser eisige Knospen. Blablabla. Der spinnt doch, wenn du mich fragst."
"Aber dich fragt jetzt keiner Annemarie."
"Trink dich zsamm, daß ma endlich weida kommen."

Narzissen haben es schon etwas besser. Können schon stolz sein. Sie, die kleinen Wichtigtuer geben jedes Jahr nur an. Und die einen stehn dabei dauernd im Schatten. Und die anderen leben von geliehenem Geld. Und so kommt eins eben zum anderen und alles geht durcheinander. Und was einer sieht ist oft das allerwenigste. Und sicher. Ja doch. Ihm schien es wenigstens schon einmal wärmer. Anfangs fällt das Leben immer schwer. Das sagt dir jeder Krokus. Deswegen schauen sie in ihrem Aufzug auch heuer wieder so furchtbar traurig aus. Deshalb singen sie sich auch solche Lieder. Warte mal.

"Keine Luuhust!"
"Jetzt seien Sie doch still bitte, das klingt nach Hölderlin"
"Willst was da hinten, ha?"
"Annemarie! Du bist wieder unmöglich."
"Ach wenns wahr ist. Bist endlich fertig mit deim Bier? Ich hab Hunger. Ich mag was zum Essen." "Gleich. Wart halt. Iss eh gleich Schluß."

Die zwei sind jetzt schon eine ganze Weile einfach so inne haltend herum gestanden. Plötzlich fängt ein Orchester zu spielen an.

"Wo kommt das denn her?"
"Annemarie!!"
"Ach wenns wahr iss! Kulturfuck abgewichster! Mich hungerts."
"Stell dir halt vor Annemarie, daß da jetzt wirklich eine Musik anhebt. Ach Annemarie. Sag, kannst dir denn das gar nicht vorstellen?"

Als dann die beiden jungen Männer über eine sich hinter den Linden erstreckende Wiese auf eine Wand aus Bäumen zugehen, dreht sich der eine, der ohne Jacke, noch einmal um, schaut auf die Stelle zurück, wo die Krokusse gestanden waren und meint plötzlich zu sehen, wie die KROKUSSE IHRE KURZEN HÄLSE IN DIE HÖHE RECKEN und auf einmal zu SINGEN anfangen.

"Der hat ja einen Knall."
"Mir gefällt das."
"Du hast ja auch einen Knall."
"Also gut Annemarie, gehn wir halt jetzt. Wo willst denn hin zum Essen?"
"Ganz egal. Hauptsach essen."

In diesem Moment verschwinden die beiden jungen Männer in dieser Wand aus dicht stehenden, hoch gewachsenen Bäumen. Es sind Kastanien, gepflanzt noch vor dem letzten Krieg. Und im Park hebt an ein unerhört monoton klingender Chor aus unzähligen tiefen Basstimmen. Und die vorher noch so stolze Orchestermusik klingt nur noch wie ein zäher milchiger Brei, verrührt aus verschwindend geringen Tönen, die aus einem klitzekleinen Transistorradio herausgequetscht worden sind.

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"So so Transisterradio. Und wieso nicht CD-Player? Lassens mich mal vorbei Sie, Sie Hölderlin." "Warte Annemarie. Jetzt wart halt mal kurz. Setz dich wieder hin. Das hör ich mir jetzt noch schnell an. Ich glaub jetzt kommt ein Gedicht."
"Gedicht, Gedicht (schüttelt den Kopf). Kenn ich eh schon. So Gedichte. Ich hab Hunger."
"Ach Annemarie. Hör dir das an."
"Ruhe bitte. Sie sind hier nicht im Kino! Jetzt kommt sicher das große Krokuslied von dem neulich in der -"
(dreht sich um) "Depp bläder, erzähls doch deiner Waschmaschin!"
"Entschuldigen Sie. Aber sie hat Hunger. Und es ist das erste mal, daß -"

Der Blumen Pracht möcht ich viel lieber sein, als bloßer Vorgeschmack. Am liebsten freilich Rosenduft und Abendrot und Schmerz der Welt voll Dornen anstatt der frohe Bote milder Luft, voll Ahnungen des Morgen, immer voran, und immer vor den andern, auf und untergehen, vom tiefsten Grund bis in die letzten Fernen sehen. Oh ja. Wir müssen vor der Zeit durch dunkle Finsternisse wandern, kriechen hinaus in aller Welten Frühe. Wir gehn voran, immer voran, und immer vor den andern, auf und untergehen, vom schwarzen Grund bis in die hellsten Fernen sehn. Oh ja. Von Wehmut und der großen Sehnsucht singen wir. Und lauthals lachend von dem Ort, an dem im Herbst die allerschönsten Rosen blühen, da dort die heißen Tränen der Liebsten Augen aus ihrem Blick auf ein Stück eisbedeckte Erde fielen, wie Tau, von dem die dunkelroten Knospen, solange sie noch schlafen dürfen zehren. Wo wir in ihrer Nähe standen. Wo wir die Liebste weinend fanden, sehnsüchtig und voll Wehmut und wie dieser Traum der Rosenknospen ungesehn. Oh ja. Dürfen nicht ruhig und fest in diesem Leben stehn, nicht wo es uns gefiele bleiben. Leben auf Wegen und an Rändern nur und haben schmale Zeilen bloß als Halt und Grenzen. Wie Tag und Nacht passieren und vergehn wir, wenn aller Zeiten Jahr beginnt, ohne je zu verweilen, ohne je zu verweilen. Oh ja
Wir sind bloß Boten, die am Wegrand stehn, in blauen, gelben, oder violetten Reigen.Wir ziehn voran. Immer voran. Und immer vor den andern auf und untergehen.Vom schwarzen Grund bis in die hellsten Fernen sehen. Oh ja, oh ja oh ja.
Ja irgendwann mein Freund, da wird dir sicherlich des Sommers Sonne scheinen. Und an dem Tag mein Freund, wirst du den Abendwind wie einen sanften Kuss auf deiner Stirne spürend über die Felder ziehn und überglücklich weinen. Und wirst uns längst vergessen haben. Wirst an den blauen Flieder denken, der großen Liebe Weise leise vielleicht summen, und dort wo wir dir ihr Versprechen einst gewesen sind, wird Gras gewachsen sein und all die andern Blumen. Der Liebsten Augen Blicke dann zu heissen und frische Tränen rühren. Laut lachend in den jüngsten Grashalm beißen, so ausgelassen und ganz heiter sein. Der kalte, rohe, ungeschlachte Kuss. Ja ja!
"Ja ja. Oh ja. Ja war das nicht doch schön Annemarie? War das nicht herzzerrei -
Annemarie? Annemarie? Scheisse. Jetzt ist die weg. Wo ist die bloß hin?"
(aus Blondie, Stück, UA 98)

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Donnerstag, 13. September 2007
Toibaman-Special – SEYCHELLEN (Hörspiel/Auszug)
(...)
LIFE IS A PROOF IN WHICH WE MOVE

SZENE AUSSEN/INNEN
DIPLOMAT
Man weiß es nicht. Die einen behaupten, er habe ein Sprachprogramm erfunden, mit dem sich Mandarin in jedes verwandte Idiom übersetzen lässt –
SCHNITZELBERG
Nein, Ami, noch mal, ich habe der Milla deine Handy-Nummer nicht gegeben.
DIPLOMAT
– dann heißt es, er hätte in den 90ern mit den Leuten von Deng Tiao Ping einen Deal gemacht und der indischen IT-Industrie die Tür nach China aufgestoßen.
SCHNITZELBERG
Warum soll ich dich anlügen?
DIPLOMAT
Sicher ist, dass er einen direkten Draht nach Peking haben muss. Sonst wäre er nie Chinas populärster Weblogger geworden, –
SCHNITZELBERG
Ich lüg dich nicht an!
DIPLOMAT
– was er laut USA today angeblich ist.
SCHNITZELBERG
Nein, ich habe dich nicht angelogen
DIPLOMAT
Im Munzinger-Archiv und im deutschen Who is who steht er nicht.
SCHNITZELBERG
Weil dich das auch nichts angeht!
DIPLOMAT
In Europa weiß man eigentlich nur, dass er stinkreich ist und laut Forbes-Magazin nach Disney und Bertelsmann
SCHNITZELBERG
Wer schreit hier rum?
DIPLOMAT
inzwischen drittgrößter ausländischer Content-Provider der IT-Netze Südostasiens –
SCHNITZELBERG
Ich schreie hier nicht rum?
DIPLOMAT
– nota bene: aller Netze, nicht nur der offiziellen, vom Staat kontrollierten.
SCHNITZELBERG
Weißt du was, ruf sie doch selber an!
DIPLOMAT
Natürlich sind das alles nur Gerüchte. Aber irgendwas muss dran sein.
SCHNITZELBERG
Nein, Ami. Du wirst nicht gedemütigt. Und es macht sich auch niemand lustig über dich.
DIPLOMAT
Und Sie sehen ja, wie dieser Schnitzelberg arbeitet: Das ist nicht low-budget, das ist nicht mal no-budget, das ist noch weniger als ganz ohne Team.
SCHNITZELBERG
Würde der Frau. Würde der Frau. Ich kann den Krampf nicht mehr hören.
DIPLOMAT
Der Mann tourt sozusagen ohne Stab, nur mit seiner Mini-Entourage, seit etwa zwei Jahren durch die Weltgeschichte und produziert diese komischen Filmchen, die er dreisprachig ins Netz einspeist.
SCHNITZELBERG
Nein du spinnst – und zwar gewaltig
DIPLOMAT
Was die Chinesen daran finden, ist mir völlig schleierhaft.
SCHNITZELBERG
Spar dir dein ordinäres Gerede, Ami. Das passt nicht zu dir.
DIPLOMAT
Die letzte Folge, die ich gesehen habe, lief vergangenen Sommer, völlig bizarre Szene, –
SCHNITZELBERG
Ich habe mich nicht durch das Staatsballett gefickt.
DIPLOMAT
– aufgenommen in der Modern Tate Gallery, in der er vor dem Hai von Damien Hirst eine Art Gedicht vorträgt und im Hintergrund zwei Frauen aufeinander einprügeln.
AMERICA KOLLIER
Weißt du was, Schnitzelberg, du wirst immer dümmer!

LIFE IS A PROOF IN WHICH WE MOVE



SZENE AUSSEN
Mörsergranaten und vereinzeltes Maschinengewehrfeuer setzt ein und beginnt sporadisch in beruhigender Entfernung zu rattern.

MALER HAHA
Wissen Sie, warum die eigentlich schießen? Es kann doch nicht sein, dass die hier dauernd schießen, nur weil diese Tochter verschwunden ist?

SCHALER
Sie meinen die Präsidententochter? Ja die ist sicher nur ein Vorwand.

MALER HAHA
Aber es muss doch einen Grund geben, wieso die uns beschießen?

SCHALER
Wahrscheinlich haben sie nichts Besseres zu tun.

LIFE IS A PROOF IN WHICH WE MOVE

(...)

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Donnerstag, 6. September 2007
LEUWERIK SPECIAL
ALTENREGATTA Erster Akt Vier Bilder plus Programmhinweis

....Das komische Stück wird in THE GREAT GATE inszeniert! Der Text wird als Regiebuch funktionieren, die Site wird eine Mischung aus Baustelle und Probe bei der getestet wird, was das Manuskript alles hergibt. Ohne Zeitdruck, je nach einfallender Idee kann da dann rumgetüftelt werden, aber natürlich nicht interaktiv, sondern nur von uns und möglichen Dritten, die sich unserer absolut undemokratisch kunststalinistischen Kontrolle unterwerfen....

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Mittwoch, 29. August 2007
WITWEN MONOLOG. VOL. II EXTENDED ANOMALIE


Haben wir nicht die Kunst abgeschafft, die Tragödien beseitigt durch Demokratie und Klatsch? Und jetzt? Ausgerechnet das, was beim klassischen Geldzeichen der Rückbezug auf einen schon vorhandenen Goldschatz war, ist beim modernen Geld quasi der vorausblickende Bezug auf ein damit zu veranstaltendes Geschäft, auf zu produzierenden Wert. Das macht die Eigentümlichkeit von staatlichem Kreditgeld aus, das zukünftigen Reichtum wie gegenwärtigen behandelt. Vor allen Bühnen dieser Welt wartet das Publikum und kann seinen Text nicht. Das Publikum hat seinen Text vergessen. Geld. Mann schweigt betreten. Nachbarin hustet. Was geht? Wie, Bombenangriff, Hausdurchsuchung, Feuer? Wo? Kann jemand mal den Intendanten, ich schreibe dem Minister. Sehr geehrter Herr Minister, es war so. Geld. Im vorbürgerlichen Staat gab es Herrschaften, die Silbermünzen mit Blech versetzten, Prägestempel darauf taten und mit ihrer Autorität bestimmten: Das Ding ist materialmäßig nichts wert, aber mittels meines Prägestempels hat es den Wert, den ich draufdrucke. Das hatte was Betrügerisches, und da steckte hinter der Scheidemünze – vom aufgedruckten Wert unterschieden – nur die staatliche Autorität. Geld. Im modernen Staat ist es anders perfektioniert. Da knüpft der Staat nicht mehr an die primitive Geldmaterie in Form von Gold und Silber an, sondern daran, dass sich über deren Verwendung schon ein Bankwesen aufgetan hat, das mit Kreditzetteln wie mit Zahlungsmitteln operiert, ein Kreditüberbau, den die Geschäftswelt mit seinen rechtlichen Garantien schon entwickelt hat. Geld. Wir mussten sehr, sehr – der Staat begibt sich in die Position der Zentralbank – sehr, sehr – die alle Geld-/Goldschätze der Gesellschaft bei sich versammelt und darauf Zahlungsanweisungen ausgibt – sehr, sehr, sehr – da gibt es verschiedene Varianten, wie ein Staat behauptet, dass die Zettel, die er ausgibt, wirklichen Wert repräsentieren im Sinne von mit Arbeit geschaffenen Gütern – sehr, sehr lange warten, bis aus der frisch vernarbten Finsternis unsrer Epoche entsprungen war, Punkt eins: Der Staat gibt dem gesellschaftlichen Bedürfnis recht, dass das, was es an Geschäften gibt und in Gang kommt, sich an dem, was an verfügbarem Geld vorhanden ist, nicht messen darf, dass es immerzu einen Bedarf an Geld gibt, der über das, was an wirklichem Reichtum existiert, hinausreicht. Ich stehe nicht in ärztlicher Behandlung. Punkt zwei: Die meinen lügen. Schon das kapitalistische Bankwesen ist eine einzige Bemühung, sich von den Notwendigkeiten und Schranken des buchstäblichen Geld-/Goldbesitzes freizumachen. Geldhaben ist ein Ärgernis für eine kapitalistische Wirtschaft. Die Pillen, die ich drittens zu mir nehme, dienen nicht der Heilung. Geld. Punkt vier: Der Frieden ist erklärt, ergo der Krieg Geschichte.Geld. Das sind die Fakten. Ursprünglich tat der Staat so, als wären seine Banknoten – im Unterschied zu denen der Privatbanken – irgendwie durch Gold- und Silbervorräte gedeckt. Geld. Diese absurde Fiktion hat sich gehalten, bis de Gaulle den Amerikanern die Einlösung von Dollarzeichen in Goldstücken abverlangt hat. Andere Staaten hatten schon früher damit Schluss gemacht und haben die Garantie für die Geldqualität ihrer Zettel gewissermaßen funktionalisiert, in die Funktion des Refinanzierungsmittels für den Refinanzierungsbedarf ihrer Bankenwelt verlegt, sozusagen. Der Vorhang teilte sich, das Licht fing endlich an. Dann plötzlich, Abwehrfeuer. Das ist die Verrücktheit, dass das Geld quasi der Stellvertreter nicht bloß für das Gewaltverhältnis, sondern für die Güter ist. Lenkraketen. Deswegen ist Geld nicht entweder ein Akt staatlicher Gewalt oder das Produkt von Arbeit, es ist das Zugriffsverhältnis auf nützliche Güter. Geld. Das wird nicht durch eine staatliche Setzung dem Menschen geschenkt, sondern will erworben sein. Blendgranaten. Der Erwerb passiert durch Beteiligung am gesellschaftlichen Arbeitsteilungsprozess, durch Geldverdienen als Kapitalist oder Dienstleister. Die Toten einmal noch zu ehren, aller Schlachten, ach! Wie freuten wir uns alle. Aller Aufwand für das Bankenwesen ist purer Abzug von dem, was diese Gesellschaft sich inzwischen an Freizeit leisten könnte. Oh wie wundervoll, phantastisch würde werden, was uns passieren sollte, vorgestellt, geboten, ja – geschenkt. Und jetzt! Geld. Ihre Funktion als Kreditzeichen soll die Produkte der Notenbank als die nationale Geldware beglaubigen. Andererseits wird gesagt, dass diese Kreditzeichen unabhängig von ihrer kreditwirtschaftlichen Verwendung gar nicht in Gefahr sind, als die nationale Geldware in Zweifel gezogen zu werden. Das verstehe ich nicht.
Geld. Das gesetzliche Zahlungsmittel Euro darf beim Einkaufen nicht durch (mangelndes) Wachstum in Europa hinterfragt werden, es ist das gesetzlich garantierte Zugriffsmittel. Ich kann aber nicht zur Bundesbank gehen und ein Stück Gold dafür einfordern. Geld. Das Publikum verweigert sich den Früchten seines Sieges; es wartet stur, als wüsste es von nichts. Aber wie ist dieser Zettel in die Welt gekommen? Es schmäht seine Beute, der Staat hat den Euro nicht zur Verfügung gestellt, damit die Zirkulation besser klappt, sondern – darin steckt eine ökonomische Bedingung – die Banken melden bei der Zentralbank einen Refinanzierungsbedarf an, ignoriert das Vermögen, teils sind sie gesetzlich gehalten, nicht eigenmächtig über ihre Einlagen hinaus zu spekulieren, die Erbschaft, sie müssen in gewisser Proportion Zugriffsrechte auf echtes Geld bei der Zentralbank erwerben, Schuldpapiere, die sie selbst aufgenommen haben, hinterlegen, die Macht. Geld. Das Publikum beherrscht die ihm neu zugedachte Rolle nicht. Dennoch gibt es keine echtere Geldware. Es hätte ein Triumph am Ende werden sollen und wurde nur ein müder Haufen sehr betretener Gesichter. Geld. Wenn selbst die Katastrophe nicht mehr hält, was sie verspricht, dann, also –. Deshalb, äh, meine Beschwerde. Dagegen möcht´ ich mich verwahren hier, persönlich und in aller Form. Historisches Versagen, Scheitern klage ich, trostlose Pleite, keine Frage, eine Schande. In diesem Sinne. Stellen Sie das ab. Auf der anderen Seite ist es ihr Recht, sich in dem Maße, wie sie echtes Geld für ihren Geschäftsverkehr brauchen, dieses zu beschaffen.
Drei Atemzüge später war auch dieser Krieg nur noch ein altes abgespieltes Drama und jüngster Teil moderner Filmgeschichte. Und was sie sich beschaffen dürfen und müssen, ist die Materie, mit der sie wirtschaften und die den Kapitalismus in der Nation anheizen soll. Geld. Das ist auch die Materie, die sie in den Sand setzen, wenn sie die falschen Kreditpapiere bei amerikanischen Hedge-Fonds kaufen: das ist dasselbe Geld, das die Dresdner Bank um eine Milliarde im 1. Quartal vermehrt hat und von dem die kleine Kreditbank nun vermelden muss, dass sie es leider verloren hat. Die Feuer ausgeglüht. Das ist alles bezogen auf den Verkehr zwischen den Geschäftsbanken, wie die sich wechselseitig kreditieren, und insgesamt verankert in der Refinanzierungsgarantie der Europäischen Zentralbank, früher der Bundesbank. Alle Befehle mit den Lageplänen und dem Register der beteiligten Kommandos archiviert. Dass diese beiden Bestimmungen nicht identisch sind, zeigt sich praktisch, wenn der Staat selbst dieses Kreditgeld, das auf den Ertrag zukünftiger Geschäfte bezogen ist, für seine Herrschaft verwendet. Und nur die Kinder und Idioten gaben sich schwer beeindruckt und hatten Tränen in den Augen. Geld. Der moderne Staat tut mit seinem Geld so, als bräuchte er keine richtige Geldware mehr. Ich kann das diesen Leuten nicht wirklich übel nehmen. Nach allem was war. Da soll ausgerechnet die Kreditfunktion, dass es Zeichen für Kredit ist, die ökonomische Garantie für die Geldqualität sein, die gesetzlich sowieso außer Frage steht. Geld. Was hierzulande an Münzen herumläuft, sind keine Kreditzeichen? Nein, das sind klassische Scheidemünzen; angeblich ist da der Materialwert teils sogar höher. Es ist das Privileg des nationalen Finanzministeriums – getrennt von der Banknotenausgabe – im Maße des nachgefragten Bedarfs Münzen herauszugeben. Dies ist unbeachtlich gegenüber der Masse des Finanzkapitals, das den Geldreichtum der modernen kapitalistischen Gesellschaft repräsentiert. Geld. Die Münzen kommen für einen anderen Zweck und deswegen auf eine andere Art in die Welt. Sieht so aus, als – Sie sind also doch tot jetzt, ja? Der Zweck bei Münzen ist, was es an kleiner Münze braucht für den alltäglichen Verkehr in der Gesellschaft. Dem entsprechend wird das, was früher der Hauptschwindel des Staates war, nämlich das Geld zu prägen, zum Rudiment dessen, dass es immer noch Münzen zum Zahlen braucht. Das macht er jetzt einfach nach dem gesellschaftlichen Bedarf. Also der ganze Laden geht den Bach runter, ja? Die Scheine aber kommen von einem anderen Bedarf her, nämlich dem der Banken nach Refinanzierung. Und ich soll jetzt hier die gute Laune machen? Sagt mal, wie stellt ihr euch das eigentlich vor? Geld. Münzen müssen sich also nicht als Kreditmittel bewähren? Auch bei Scheinen ist es nicht so, dass deren Wert davon abhinge, dass am Ende das Geschäft gelingt. Hat jemand für Musik gesorgt? Die Gültigkeit, auf die es im normalen Alltagsverkehr ankommt, ist bei beiden die gesetzliche. Daggi, Schatz, sag´, wolltest nicht du dich um die Geschichte kümmern? Es geht um die ökonomische Beglaubigung, davon sind natürlich die Münzen genauso mit betroffen. Wo bleibt ihr denn? Daggi? Uschi? Die Inflation ist ja nicht auf so Papierscheine beschränkt. Geld. Der Großteil des Kreditgeldes ist gar nicht in dieser Papierform existent, sondern einfach in den wechselseitigen Schulden, die die Banken untereinander und bei der Bundesbank in ihren Büchern stehen haben. Klar, in bar läuft heute kaum mehr was. Geld. Die Ökonomisierung des ganzen Geschäftsverkehrs in Bezug aufs Geld – dass die Geschäftswelt selbst das Geld verbucht, sich also auch von der Notwendigkeit der Geldbeschaffung nach der Seite hin freigemacht hat – bleibt erhalten. Geld. Die andere Seite ist dieses Verhältnis zwischen der Zentralbank und den Geschäftsbanken, das ihnen die Freiheit und Pflicht auferlegt, sich buchstäblich auf die Banknoten der Zentralbank zu beziehen, als das Ding, das sie mit ihren Buchungsakten ersetzen.Geld. Es gäbe nichts zu verbuchen, wenn es nicht dieses Geld der Zentralbank gäbe, das in den Ziffern nur virtuell vorhanden sein muss. Geld.Um all die Milliarden zu drucken, kämen die Druckmaschinen gar nicht nach. Geld. Inzwischen hat der Staat selbst das Problem, was er zur Geldmenge dazu rechnen muss oder nicht.
Noch mal von der Seite des Eigentums her betrachtet: Wir gingen nach Hause, noch bevor die Urkunden der Waffenruhe unterzeichnet waren. Geld ist die ausschließende Verfügungsmacht über Güter, das ist ein nicht bloß formelles Rechtsverhältnis, sondern in der modernen bürgerlichen Gesellschaft ist diese Verfügungsmacht quantifiziert. Ich war wirklich enttäuscht und musste schnell alle Jahreszahlen seit dem Jahr meiner Geburt untereinander auf einen Zettel schreiben, um vielleicht so zumindest ein Gefühl für die genauen Umstände meines Lebens zu bekommen. Eigentum lässt sich als Quantum fassen, das seine Realität im Geld hat. Die waren nämlich mit der offiziellen Demobilisierung aller mit atomaren Fernwaffen ausgestatteten Kampfverbände Europas verschwunden. Wo kommt das Eigentum her? Und weißt du was ich dir schon immer sagen wollte, habe ich Uschi geantwortet. Zum einen konstituiert das Rechtsverhältnis das Eigentum, das kann sich vermehren, neu entstehen oder auflösen. Der Unterschied zwischen dir und mir ist ganz einfach. Die Materie, auf die die Rechtsform sich bezieht – Eigentum im gegenständlichen Sinn –, ist allemal Produkt von menschlicher Arbeit, wie immer modifiziert; im Kapitalismus durch jemanden, der arbeiten lässt und das Produkt als das seine zur Verfügung hat. Ich schmecke nach Blut und Sperma und du stinkst nach Landluft und arte. Da kannst du noch eintausendmal in der Schönhauser Allee zur Welt gekommen sein, Penthesilea.



Dann, so Karrer später, als alles vorbei war, kommt die Zentralbank mit ihren Abgrenzungen. Geld im ganz materiellen Sinn stelle sich dar als Pakete von Banknoten, so Karrer. Dazu gehöre natürlich auch viel von dem, was nur virtuell vorhanden sei, weil dauernd damit rumgebucht werde, so Karrer weiter. Das müssen gar nicht immer Schulden sein, sagte Karrer, das sind auch die Zahlungen selber. Aber diese Technik erklärt nicht die Sache. Aber diese Technik erklärt nicht die Sache. Aber diese Technik erklärt nicht die Sache. So Karrer mehrmals hintereinander, nachdem der Pfarrer gegangen war.Geld.Egal, ob es als materieller Zettel oder als verbuchtes Konto existiere, so Karrer, über das Refinanzieren komme das Geld in die Gesellschaft. Über das Refinanzieren, in die Gesellschaft. Das Geld. Es hatte tagelag geschneit. Eben als riesiger Posten bei den Banken, so Karrer, nicht mehr irgendwelche Kreditpapiere von ihnen, sondern als in Geld gemessenes Vermögen, so Karrer weiter, das sie sich bei der Zentralbank haben refinanzieren lassen. Geld. Das sei nicht bloß jederzeit in diese Noten wieder umsetzbar, so Karrer, sondern das sei eben dieser Posten gültiges Geld. Geld. Bei dieser Formverwandlung sei, so Karrer, das Entscheidende, dass damit Geld in die Gesellschaft komme, wie gesagt. Tagelang hatte es jetzt schon geschneit, ununterbrochen. Wie viel davon heutzutage gedruckte Euroscheine sind, so Karrer, sei eine technische Frage, wie viel der Staat meint, dass es braucht, angesichts eines Geldwesens, das größtenteils per Konten und Kreditkarte erfolge, so Karrer. Geld. Schnee. Überall lag Schnee. Dieses Zugriffsverhältnis habe sein Maß und seinen dinglichen Garanten im Geld, so Karrer.Geld. Ausgerechnet das, was beim klassischen Geldzeichen der Rückbezug auf einen schon vorhandenen Goldschatz war, sei beim modernen Geld quasi der vorausblickende Bezug auf ein damit zu veranstaltendes Geschäft, auf zu produzierenden Wert, so Karrer erneut.Geld. Schnee. Das mache die Eigentümlichkeit von staatlichem Kreditgeld aus, so Karrer, das zukünftigen Reichtum wie gegenwärtigen behandle. Karrer ging zum Fenster. Geld. Der zukünftige Ertrag des Geschäfts sei in eine Form gebracht, eben als Versprechen, in der er jetzt schon als Zirkulationsmittel fungieren könne, so Karrer. So kauften auch heutzutage noch die Banken ganze Firmen auf und bezahlten das mit Kreditzeichen auf das zukünftige Geschäft dieser Firmen, so Karrer. Geld. Sie schafften weiterhin Zahlungsmittel, setzten es gegen Kreditgeld in rauen Mengen in die Welt, so Karrer. Geld Das habe immer, so Karrer, ein staatlich garantiertes Geld als die Materie, die da ersetzt wird, zur Grundlage. Es hört nicht auf zu schneien, sagte der Wirt, und Karrer sagte, das staatliche Kreditgeld sei eine Radikalisierung und eine Umdrehung davon.Geld. Beides zugleich, weil das zukünftige Geschäft, für das dieses Geld das kreditmäßige Zeichen sei, gleichzeitig zum definitiven Zahlungsmittel der Gesellschaft erklärt wird und als solches gilt. (Karrer) So liege die ökonomische Beglaubigung dieses Kreditzettels nicht rückwärts in geleisteter Arbeit, die in Goldschätzen vergegenständlicht ist, sondern funktionalistisch im Verweis darauf, dass diese Gesellschaft wächst. Das mache das Geldzeichen zum richtigen Geld, so Karrer. Geld. Von dieser ökonomischen Notwendigkeit hänge dann auch dessen Gültigkeit im internationalen Vergleich auf absurden Umwegen ab. Und es schien, als würde es nie mehr wieder aufhören zu schneien.
Es ist andererseits auch wie ein Eingeständnis, dass Geld, der Inbegriff des kapitalistischen Reichtums, eigentlich gar nichts taugt, so Karrer, dass das Geld als solches dem Reichtum der Gesellschaft überhaupt nichts hinzufügt, so Karrer. Wie der Schnee

Credits Geld: Quelle

foto/head: stephanel

WITWEN MONOLOG VOL. I (Auszug aus Original Hörspiel-Text)
hier

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Samstag, 21. Juli 2007
ALTENREGATTA
Fortsetzung von Teil 1:

Drittes Bild Absenz


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Ein geteerter Feldweg am Seeufer. Im Tegernsee spiegelt sich in gleißendem Orange das Licht der untergehenden Sonne. Kronacher und Oellers erreichen einen großen Granitblock, in den in goldener Antiqua DEN BLUTZEUGEN VON BAD WIESSEE eingraviert ist. Kronacher trägt einen blauen Kanister mit der Aufschrift IG-Farben Natur-H2O, biologisch geklärt, GK a 1.
Oellers auf einem Stock gestützt, einige Schritte hinter ihm. Die beiden tragen weiße Hemden, Flanellhosen mit dünnen Hosenträgern aus schwarzem Gummi. Oellers trägt dazu ein Pistolenhalfter.
Kronacher bleibt stehen, schraubt den Verschluss des Kanisters auf und trinkt.

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ALTENREGATTA
Drittes Bild ABSENZ

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Ein geteerter Feldweg am Seeufer. Im Tegernsee spiegelt sich in gleißendem Orange das Licht der untergehenden Sonne. Kronacher und Oellers erreichen einen großen Granitblock, in den in goldener Antiqua DEN BLUTZEUGEN VON BAD WIESSEE eingraviert ist. Kronacher trägt einen blauen Kanister mit der Aufschrift IG-Farben Natur-H2O, biologisch geklärt, GK a 1.
Oellers auf einen Stock gestützt, einige Schritte hinter ihm. Die beiden tragen weiße Hemden, Flanellhosen mit dünnen Hosenträgern aus schwarzem Gummi. Oellers trägt dazu ein Pistolenhalfter.
Kronacher bleibt stehen, schraubt den Verschluss des Kanisters auf und trinkt.


Oellers
Warten Sie Kronacher, geben Sie mir auch einen Schluck. Warten Sie einen Moment. Lassen Sie uns einen Augenblick rasten, Kronacher

Kronacher
Wie Sie meinen Oellers. Hier, nehmen Sie einen Schluck

Reicht dem heranhumpelnden Oellers den Kanister. Während Oellers trinkt, setzt sich Kronacher auf den großen Granitstein. Nachdem ers getrunken hat, gibt Oellers den Kanister zurück und versucht dann mühsam, sich neben Kronacher auf den Boden zu setzen.


Kronacher macht Anstalten Oellers auf dem Stein Platz zu machen
Wollen Sie sich nicht lieber hierhin setzen, Oellers?

Oellers
Danke, nein. Es geht schon. Behalten Sie ruhig Platz. Das Wasser tut einem gut. Gottlob ist der Kofferraum ja weitgehend unbeschädigt geblieben.

Kronacher den Kanister musternd
Sehen Sie Oellers, und Sie sagten noch gestern, die neuen Richtlinien des Ordnungsamtes hätten keinen Sinn. Stellen Sie sich vor, Oellers, wir hätten den Kanister nicht vorschriftsgemäß im Kofferraum verstaut?

Oellers
Mir persönlich ist ein Schluck deutsches Bier ebenso lieb, wie ein Schluck Wasser. Aber Sie haben schon recht. Gott sei Dank, ist wenigstens dem Kanister nichts passiert. Von den Flaschen, sind ja alle, bis auf eine einzige zu Bruch gegangen. Bis auf die eine einzige Flasche, die Jumfs im Arm hatte, sind ja alle Flaschen zu Bruch gegangen. Und ohne den Kanister hätten wir jetzt überhaupt nichts zu trinken.

Bühnenbild Aquarellskizze Videoshot iPhoto

Kronacher
Ja Oellers. Wir müssen wohl von einem Totalschaden ausgehen.

Oellers nickt kurz aber heftig mit dem Kopf
Ich stehe Ihnen selbstverständlich für jede Schadensersatzforderung
gegenüber der Versicherungskammer zur Verfügung.

Kronacher drückt Oellers den Kanister gegen die Brust, der wie auf Befehl einen Schluck Wasser nimmt.
Nichts anderes Oellers, habe ich von Ihnen erwartet.

Oellers reicht Kronacher den Kanister
Sagen Sie ist das Wasser?

Kronacher
Klares deutsches Wasser, Oellers. So gesund und kräftigend wie Obst.

Oellers
Wie? – Obstwasser? – Mir ist natürlich auch bewusst, dass ich im Falle einer Falschaussage meine Altersversorgung aufs Spiel setze.

Kronacher nimmt den Kanister und stellt ihn ab
Machen Sie sich keine Sorgen, Oellers. Sie werden sich nicht vor morgen früh den Behörden stellen. Bis dahin werden auch die letzten Spuren Ihres Restalkohols verschwunden sein. Nehmen Sie sich ruhig noch einen Schluck von diesem Wasser, Oellers. Das hilft. Das hilft Ihnen in dieser Hitze wieder auf die Beine.

Oellers in die pralle Sonne starrend
Danke Kronacher. Aber ich brauche im Moment kein Wasser. Im Moment fühle ich mich eher etwas untervitaminiert. Ich sollte mir in den nächsten Tagen wieder meine Spritze holen.


Ein junges Paar in uniformartigen Freizeitsportanzügen – Mann und Frau schieben jeweils ein teures mountain bike – geht an den beiden vorüber und mustert sie. Oellers versucht vergeblich, sich zu erheben. Die junge Frau lacht. Beide ab.


Kronacher Oellers misslungene Bewegungsversuche betrachtend
Sind Sie eigentlich permanent medikamentiert?

Oellers
Was meinen Sie, Kronacher?

Kronacher
Nehmen Sie Mittel ein? Irgendwelche Medikamente, die Ihre Reaktionsfähigkeit eventuell beeinträchtigen könnten?

Oellers zu Kronacher und also in die Sonne schauend
Ich habe getrunken, wenn Sie das meinen.

Kronacher
Ich weiß, dass Sie getrunken haben, Oellers. Die Frage ist doch, ob Sie darüber hinaus irgend ein Mittel, ein Medikament zu sich genommen haben? Ein Kreislaufmittel vielleicht. Oder Tabletten. Vielleicht zur Beruhigung.

Oellers zu Boden blickend, sich ein Bein massierend
Nein, nein, oh nein. Ich nehme keine Tabletten. Keine Tabletten und auch keine Pillen. Ich habe noch nie Pillen genommen.

Kronacher
Keine Tabletten! So so, Oellers. Nicht einmal ein Mittel gegen die Hitze. In Ihrem Alter, Respekt!

Oellers schlägt mit dem Stock prüfend gegen sein Bein
Selbst in Alamein, wo sie alle ihre Tabletten genommen haben, habe ich gesagt, nein, ich nehme keine Tabletten, nicht mal die Kohletabletten gegen Durchfall nehme ich, habe ich gesagt und habe die Tabletten nicht genommen.

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Kronacher klopft Oellers anerkennend auf die Schulter
Alamein. Ach ja. Oellers. Sie waren ja in Alamein dabei. Richtig

Nimmt die Hand von der Schulter.

Kronacher
Aber das ist lange her, Oellers. Alamein ist zig Jahre her. Und wir werden nicht jünger.

Oellers bedächtig mit dem Kopf nickend
Neunzehnhundertfünfundvierzig. Juli Neunzehnhundertfünfundvierzig. Durchbruch in Alamein. Ich sage Ihnen, da hat jeder seine Tabletten genommen. Nur ich habe gesagt, Nein Danke! Für mich keine Tabletten.

Kronacher nimmt den Kanister in die Hand
So so, Oellers. Aber sagen Sie, wenn Sie schon davon sprechen: Das war Rommels Plan, damals nicht wahr, Oellers? Alamein? Unternehmen Hydrant? Das war doch typisch Rommel, Oellers, nicht wahr?

Oellers während Kronacher trinkt
Hm. Ich glaube, nein, nein, ich denke, nein, nein, es war nicht Rommel, es war der Generalstab. Die Entscheidung, doch noch ein viertes Mal anzugreifen, die kam aus Berlin, denke ich. Also wenn Sie mich fragen, das Unternehmen Hydrant, das ist nicht auf Rommels Mist gewachsen.
Aber ich bin mir nicht ganz sicher. Sie, Sie müßten das doch wissen! Sie waren doch in Berlin im Stab, Sie waren doch Stabsoffizier.

Kronacher setzt den Kanister ab
In Berlin? – – – Ja richtig. Das ist richtig, Oellers. Bei Keitel, ja. Juli 1945 war ich Keitel unterstellt. Aber wir hatten damit nichts zu tun. Nein mit dem Unternehmen Hydrant hatten wir nichts zu tun im Juli 45. Das war ja eine völlig andere Front. Wir mussten ja die Russen zurücktreiben.

Oellers den vor ihm stehenden Kanister betrachtend
Also je länger ich darüber nachdenke, Kronacher, ich sage Ihnen, das kam nicht von Rommel. Das kam aus Berlin. Das kann nur direkt aus Berlin gekommen sein.

Kronacher sich streckend
Juli 45, warten Sie mal. – – – Oder war ich da schon wieder in Peenemünde?

Oellers
Rommel hätte nie verlangt, dass jeder seine Tabletten nehmen muss.

Kronacher
Peenemünde. Juli 45, da war ich doch in Peenemünde, unter von Braun.

Oellers
Das ist nicht sein Stil gewesen. Der Fuchs hätte doch nie einen solchen Tagesbefehl herausgegeben.

Kronacher sich vom Stein erhebend
Lassen Sie mich überlegen Oellers. Juli 45. Alamein. Ja doch. Doch, da war ich unter Keitel in Berlin.

Oellers zu dem nun neben ihm stehenden Kronacher aufschauend
Dass jeder – ausnahmslos – seine Tabletten einzunehmen hat. Nein, nein, das hat sich nicht der Rommel ausgedacht. Nicht der Fuchs. Das ist eher die Handschrift von ganz oben.

Kronacher sich wieder setzend und sich mit seinem Tuch das Gesicht abwischend
Ja. Ganz sicher Berlin. Ganz sicher. Doch, jetzt bin ich mir ganz sicher, Alamein, jetzt erinnere ich mich, Alamein, der Durchbruch, das habe ich doch von Keitel persönlich gehört, wie Keitel vom Kartentisch aufblickt und schweigt, und auf einmal sagt, dieser Rommel, der alte Wüstenfuchs hat Alamein. Das ist der Durchbruch. Das muss Juli 45, so um den 20. Juli 45 gewesen sein. Ein ungemein heißer Tag in Berlin, ja ja.

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Oellers auf den Kanister starrend, bedächtig mit dem Kopf nickend
Wahrscheinlich war es er selbst.

Kronacher
Was meinen Sie?

Oellers
Unternehmen Hydrant. Vielleicht hat er den Plan ja selbst entworfen?

Kronacher zuerst Oellers dann den Kanister anstarrend
Unternehmen Hydrant? Er selbst? Ich weiß es nicht, Oellers. Es kann natürlich sein. Wie gesagt. Ich war im Juli 45 Keitel unterstellt. Zuerst Ardennenoffensive, dann Peenemünde, dann Kampf um Berlin, dann zurück nach Peenemünde, von Braun, und dann zu Keitel in den Stab.
Ja und dann war ja der Krieg auch bald zu Ende. Mit Unternehmen Hydrant hatte ich eigentlich direkt nichts zu tun. Und Keitel war ja seit April, seit er untergetaucht ist im April, praktisch ganz auf sich gestellt.

Oellers den Kanister anstarrend, dann den Stein mit der goldenen Inschrift
Wissen Sie, was mir gerade einfällt, Kronacher? Ich glaube es hieß gar nicht Unternehmen Hydrant. Es hieß Unternehmen Hydra. Nicht Hydrant, Unternehmen Hydra!

Kronacher immer noch den Kanister anstarrend ihn dann in die Hand nehmend
Das kann sein Oellers. Da könnten Sie recht haben. Unternehmen Hydra, nicht Hydrant. Das müssen Sie besser wissen als ich. Sie waren ja dabei. In Alamein.

trinkt

Oellers erhebt sich mühsam und klopft mit seinem Stock gegen die goldene Inschrift
Unternehmen Hydra, freilich! Hydra, nicht Hydrant! Diese Hitze macht einen noch ganz verrückt.

Kronacher steht auf und stellt de nun leeren Kanister auf den Stein
Ja ja, Alamein. Doch, doch das war kriegsentscheidend. Das war sozusagen der Anfang vom Endsieg, Oellers.

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Oellers folgt dem aus dem Bild gehenden Kronacher.

Kronacher
Sagen Sie Oellers, in Bad Wiessee damals, Sommer 34, da waren Sie aber nicht dabei?


Oellers
Bad Wiessee? Sie meinen die Tragödie um Röhm? Gott bewahre nein! Kronacher. Ich für meinen Teil, ich habe mir, was diese Seiten unserer Geschichte anbelangt nicht das geringste vorzuwerfen. Ich bin Jahrgang 1922. Ich war im Jesuitenkolleg. Die Ideale des Nationalsozialismus habe ich ehrlich gesagt, erst mit Eintritt in die Wehrmacht kennen und schätzen gelernt.

Kronacher
So so. Das ist mir neu, Oellers. Ein Spätberufener sozusagen

Oellers
Nun ja. Ich war 19 als ich mich zur Wehrmacht meldete. Ich sollte ja Priester werden, Kronacher, ursprünglich. Ich komme doch aus einem erzkatholischen Elternhaus.

Kronacher
Ein Katholik! Noch dazu Jesuit! Aber Oellers. Seien Sie doch stolz. Für den Katholizismus muss sich niemand schämen. Einige unserer größten Parteimänner waren Katholiken. Der Nationalsozialismus, wie er sich uns heute zeigt, ist ohne diesen geistigen Humus doch praktisch gar nicht vorstellbar.

Beide ab

Vorhang

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Montag, 9. Juli 2007
ACHTUNG ACHTUNG! NEUES WEBLOG THEATERSTÜCK
Es war einmal in der guten alten Zeit, da explodierten 1.500 kg Sprengstoff im Zentrum Manchesters. Die IRA hatte diese Bombe in einem Lieferwagen in der Corporation Street nahe der Einkaufsstraße Market Street platziert. Dies war die größte IRA-Bombe, die bisher in England detonierte. Trotz dieser Größe und der zentralen Lage des Anschlags wurde niemand getötet, es gab jedoch 206 Verletzte. Gut eineinhalb Stunden vor der Zündung erfolgte um 9.53 Uhr eine Warnung, die Schlimmeres verhinderte. Der Anschlag zerstörte 50.000 m² Einkaufsfläche und 25.000 m² Bürofläche. Seit dem Anschlag wurde die gesamte Umgebung komplett wiederbelebt, was das Stadtbild allgemein verbesserte. Ein Briefkasten außerhalb Marks & Spencer in der Corporation Street überstand den Anschlag beinahe unversehrt und wurde mit einer kleinen Gedenktafel versehen. Ob das so richtig ist, ist schwer zu sagen. Vielleicht war es auch anders, nämlich so

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REALITY BITES !
Abgedunkelter Raum.
Ein großes Fenster, mit schwarzem Moltonvorhang verhängt. Auf dem Boden liegen lose Zeitungsseiten, abgegriffene Landkarten, Stadtpläne und Bücher.
Al, ein an die vierzig Jahre alter Mann, steht vor einem tragbaren Radio am vorderen Bühnenrand. John, etwa gleich alt, sitzt in der Mitte des Raumes in einem alten, ledernen Clubsessel. Beide tragen alte, dunkelblaue Turnanzüge der Marke adidas. Sie verharren im fahlen Schein der Lichtquelle des Radiogerätes (vielleicht die Digitalziffern der Lautstärke und Frequenzregler, oder die Zeitanzeige). Deko und die spärlichen Requisiten ebenfalls dunkel.
Aus dem Radioapparat dröhnt nach Öffnen des Bühnenvorhangs: WHEN YOU WANNA COME!, das Finale des Discohits Relax! der englischen Band Frankie Goes To Hollywood aus dem Jahre 1984. Nachdem die Musik verhallt ist, stellt Al angewidert das Radiogerät ab und beginnt, vor dem Sessel Johns auf und ab zu gehen.


A L
16000

J O H N
Was sagst du Al ?

A L
Diese englischen Hurensöhne!

J O H N
Natürlich die englischen Hurensöhne

A L
Und wieder sind es die ärmsten Schweine,
denen sie den Arsch aufreißen



J O H N
Ja Al,
wir werden keine gute Presse haben

A L
Und dabei wären sie beinah draufgegangen, John

Al geht zur Seitenbühne und schaut aus einem der verhängten Fenster. Düsteres Morgenrot erhellt für Momente den Raum.


A L
Hab ich es ihnen nicht gesagt John?
Hab ich ihnen nicht gesagt,
daß es verdammter Blödsinn ist,
mit dem Ding stundenlang
durch ganz London zu kutschieren,
und ihnen dann -
Bescheid zu geben?

J O H N
Doch Al, das hast du ihnen gesagt.

A L
Das nächste Mal John,
das nächste Mal
jagen wir ihre verfluchten Hütten
wie früher
ganz einfach in die Luft.
Und von mir aus
vier Dutzend englischer Hurensöhne
mit dazu.

John im Sessel, den Kopf in beide Hände vergraben, murmelt Unverständliches. Setzt sich dann aufrecht

J O H N
Al?

A L
Was sagst du John?
Ich versteh dich nicht?

Al geht auf John zu

J O H N
Du hast Recht Al.
Aber sie hören nicht mehr auf uns.

AL
Ja sie hören nicht mehr auf uns.
Lieber machen sie sich lächerlich.

Al bleibt stehn

A L
16000 tote Inder.
An einem einzigen verlausten Tag

J O H N
Waren es wirklich 16000?

A L
16000 John.
An einem einzigen verlausten Tag.

J O H N
Soviel Sprengstoff würden wir nicht mal bei den Tschechen auftreiben



Al steht hinter John und klopft ihm aufmunternd auf die Schulter

A L
Wir haben getan, was wir konnten.
Und ich wette mit dir John.
An dem Tag,
an dem wir uns ihren Major vorknöpfen,
werden sie ihn kurzerhand abgesetzt haben.
Diese skrupellosen Hurensöhne.

J O H N
Sie sind clever Al.

A L
Sie sind verdammt clever,
diese englischen Hurensöhne.

Al klopft John auf die Schulter und geht wieder in Richtung Fenster

J O H N
Al?

A L
Ja, John

J O H N
Ich bin müde Al.

A L inzwischen wieder am Fenster, einen Blick hinter den Vorhang werfend
Ich weiß John.
Es war
noch nie
ein leichter Job
für die IRA
zu kämpfen.

J O H N
Aber ich komme mir wie ein Idiot vor.
Verstehst du das Al?

A L
Denk nicht darüber nach, John.
Glaub mir. Es ist besser, wenn du
nicht anfängst,
darüber nachzudenken.

Beide verharren in ihren Positionen.


2. Szene

Fair is foul and foul is fair


Auftritt Cromwell.
Während John leise zu weinen beginnt und Al wie abwesend in einem Buch liest, das er neben dem Fenster auf dem Boden gefunden hat, klettert Cromwell, kostümiert mit einem grellen Kampfanzug, behende aus dem Soufleurkasten. Er wirkt aufgekratzt und übermütig. Nachdem er die Bühne erklommen und sich kurz orientiert hat, wendet er sich direkt ans Publikum.



Quelle: www.irish.fishersportswear.com

C R O M W E L L
Meladies, melords, hoch verehrte Damen, geehrte, was sag ich, hoch geehrte, Herren, oder soll ich sagen verhurte?
Folgendes hat sich zugetragen, Dramatisches ist zu berichten: keine Sorge, ich fasse mich kurz

er schaut Mitleid heischend auf John und Al

Sehen Sie, sie hatten erreicht, was unmöglich schien. Wovon sie nur träumen konnten, was ihre große, wenn auch einzige Hoffnung war, seit zwanzig, fünfzig, – sagen wir besser seit Hunderten von Jahren. Ein Traum, der innigste Wunsch, eben der hatte sich erfüllt, war plötzlich wahr geworden, auf einen Schlag, sozusagen, hihihi.
Endlich hatte wie ein mächtiger Blitz diese Erde erschüttert,

schaut nach Al und John

was diesen beiden, und mit ihnen, einem ganzen Heer Geschundener, getreten und geknechteter, seit Ewigkeiten, bis eben just zu diesem denkwürdigen Tag, hihihi, nur ein helles Licht, ein Leuchten in den Augen und sagen wir ruhig, den Seelen war.

Schaut nach Al und John, bemerkt das Radio in ihrer Mitte

Ja, endlich war gewaltig entflammt, dieses ewige Licht, das so lange nur glühte und nur dürftig sie wärmte in den grauen Kellern Belfasts, den feuchten und kalten, oder den Löchern und Furchen,
die sie getrieben in felsige Höhen, verfolgt und gejagt von Wales bis nach Blackburn, von den Küsten der alten grünen Insel bis hinüber, bis ganz dicht heran,hinüber,an die mit Eisen bewehrten Grenzen der so sehr verhassten Stadt. Oh ja! Endlich geschieht, wofür sie gelitten, gebetet, geflucht und gekämpft hatten, wofür viel Leben aufgespart wurde, und auch Unmengen von Glück der Söhne, Töchter, Mütter und Väter. Well, meladies, melords! Endlich geschieht, wofür sie opferten und zahlten, opferten und zahlten, mit ihren Herzen, ihrem Fleisch.Ja.



Endlich ist dieses verfluchte, unselige Hauptquartier der englischen Hurensöhne in die Luft geflogen. Endlich kommt dieser lang ersehnte Schlag, ein Sieg, der niemals möglich schien, in einer Schlacht ohne Ende. Und es fliegt also in die Luft, das Totennest, und ladies and gents, hoch wohl geborene Herrschaften, passen Sie auf! Es fliegt in die Luft, ohne, dass dabei auch nur ein Tropfen Blut vergossen wird. Und, meine Damen und Herren! Es ist tatsächlich das Hauptquartier, nicht irgendeine, irgendwann aufgemauerte Festung, nein! Es ist tatsächlich das Nest der argen Brut, das Hauptquartier der englischen Hurensöhne, Halsabschneider und Kindermörder! Und es fliegt mitten in ihrer Hauptstadt in die Luft. Im Herz der City, dem Tabernakel der Weltmacht. Und es fliegt in die Luft, und jetzt kommts, ohne dass das irgend jemanden – zu jucken scheint, meine Damen und Herren, ladys and gents, Schwestern und Brüder, ohne dass es auch nur ein Schwein wirklich interessiert, hihihi, weil, ja weil die Welt an eben diesem Tag mit namenlosen 16000 armen Schluckern fühlte, die stumm und zahlreich wie ein Haufen Ameisen in ihren slums verreckten, weil, ja weil, an eben jenem denkwürdigen Tag, an dem in London-City die Bombe hochging, in Indien die Erde bebte. Ist das nicht Wahnsinn? Ist das nicht zum totlachen komisch?

Cromwell bricht, nachdem er wieder einen mitfühlenden Blick auf John und Al wirft, in höhnisches, sich überschlagendes Gelächter aus und hockt sich, dem Publikum den Rücken zuwendend an den vorderen Bühnenrand.


3. Szene


Why?
Final tears


J O H N schluchzend
Die Schweine haben es gewusst!

A L lesend, anscheinend in Gedanken versunken
Was meinst du John?

J O H N
Wir hätten daran denken müssen,
wir hätten es wissen müssen

A L der angewidert das Buch zusammenklappt
Aber was hilft uns das John?
Was hilft uns,
wenn wir wissen,
dass sie es gewusst haben?
Was hilft es uns?

J O H N schluchzend
Die Schlitzaugen,
die verdammten
Schlitzaugen.

A L
Welche Schlitzaugen John?

J O H N
Wahrscheinlich haben sie die verfluchten Schlitzaugen dazu gebracht, eines ihrer unterirdischen Plutoniumlager zu zünden.

A L
Möglich John.
Möglicherweise hast du Recht
Aber denk lieber nicht darüber nach.

J O H N
Diese korrupten,
roten
Drecksäcke.
Ich sag dir Al.
Sie haben es gewusst.
Und sie haben sie gekauft.

A L
Glaub mir,
es ist besser,
nicht darüber nachzudenken.

J O H N
Irgendwo sitzt eine Ratte,
die uns an die Hurensöhne verraten hat.
Eine miese,
kleine,
Gott verdammte
Ratte.

A L
Du bist verrückt John.

J O H N
Natürlich bin ich verrückt Al.
Wir sind doch alle verrückt, Al,
oder nicht ?
Al?
Wir müssen doch verrückt sein,
nicht wahr Al?
Sag, dass wir alle verrückt sein müssen, Al,
sag es mir.
Sag, dass ich verrückt bin, Al.
Und dann zeig mir die Tür
in diesem Irrenhaus.



Al stellt sich wieder hinter John und legt seine Hand auf seine Schulter. Dann geht er zurück an den Bühnenrand. Er stellt sich wieder vor das Fenster und zieht die Samtvorhänge auf. Die Szene lichtet sich. Das Morgenrot fällt gleißend in den Raum.


A L aus dem Fenster spähend
Es war Zufall John.
Purer Zufall.

J O H N aufgerichtet im Sessel, gefasst
Zufall,
natürlich.
Du hast Recht.
Zufall, natürlich, Al.
So ist es wohl.

A L
Hör auf John.
Es hat keinen Sinn.
Denk nicht darüber nach.

J O H N
Ja Al. Natürlich.
Es hat keinen Sinn.
Es hat keinen Sinn.
Natürlich hat es keinen Sinn, Al.
Es hat keinen Sinn, den Hurensöhnen eine Chance zu geben. Wir werden sie nicht mehr anrufen, Al.
Sie machen uns lächerlich, Al,
verstehst du?
Sie machen sich lustig über uns.

Al zieht entschlossen die Vorhänge wieder zusammen und geht zurück zu dem stumm dasitzenden, nun wieder wie in Trance versunkenen John

A L
John?

J O H N
Ja Al.

A L
Wie lange sind wir jetzt schon dabei?

J O H N
Keine Ahnung Al.
Lange.
Sehr lange.

A L
Im Mai werden es fünfzehn Jahre.

J O H N
Ich habe Brigid gestern Blumen gebracht.



A L
Du solltest nicht jeden Tag zu ihr auf den Friedhof gehen, John.
Glaub mir.
Es ist besser. Denk nicht soviel darüber nach.
Es ist besser, John.

J O H N schluchzend
Oh Briged -
Oh diese verdammten Schweine.
Diese Gott verdammten Schweine, Al.

schluchzt Unverständliches
Das ist nicht fair, Mann.
Das ist nicht fair.

A L
Es ist vorbei, John.
Denk nicht mehr darüber nach.
Lass es John, lass es. Es ist vorbei.
Denk nicht mehr darüber nach.

Al schließt den Vorhang, geht vom Fenster weg zum Radio, hebt es vom Boden auf, schaltet es ein und stellt es zurück auf den Boden:
Aus dem Lautsprecher erklingen die letzten Strophen des Liedes RAIN von Madonna.



4. Szene Wash away my sorrows...

Cromwell steht auf, nimmt den Radioapparat und dreht die Lautstärke soweit zurück, dass seine folgende Rede mühelos zu verstehen ist. Er beginnt, die in den Kulissen herumliegenden Zeitungsfetzen, Bücher und Karten zusammenzutragen, sichtlich bemüht die Stimmung des songs nicht zu stören.


C R O M W E L L
Zwei Wahrheiten sind gesagt
als glückliche Prologe
zur grandiosen Darbietung des königlichen Themas –
schaut sich nach John und Al um
Ich dank euch meine Herren...
Foul is fair and fair is foul,
Schwebt durch den Nebel und die trübe Luft....
Wenn das Schicksal
mich als König haben will,
nun,
dann mag mich das Schicksal ohne mein Zutun
krönen...
stellt den Stoß Papiere ab und geht auf John zu
Denkt drüber nach,
was da geschehen ist,
und wenn mehr Zeit ist,
und nachdem geschah,
was eben so geschehen mußte,
laßt uns
schiebt John wie in einem Rollstuhl zur Seitenbühne
unsre freien Herzen
einander
mitteilen.
kein Streit mehr jetzt
fair is foul and
foul is fair,



geht auf Al zu, hebt das Radio auf
schwebt durch den Nebel und die trübe Luft...
by any means necsessary,
I could be wrong
I could be
steht vor Al, drückt ihm das Radio in die Hand
right
I don´t really wanna
fight
anymore
nimmt den Vorhang von der Fensterattrappe
here comes the -
fair is foul
and foul is fair
nimmt Al an der Hand und geht mit ihm von der Bühne ab
Here comes the
SUN

* 1,000 rifles
* 3 tonnes of Semtex
* 20-30 heavy machine guns
* 7 Surface-to-air missiles (unused)
* 7 flame throwers
* 1,200 detonators
* 20 rocket-propelled grenade launchers
* 100 hand guns
* 100+ grenades

(all rights reserved)

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Freitag, 15. Juni 2007
ALTENREGATTA
KOMÖDIE/ERSTER AKT

Schock

Geschlossener Vorhang. Aufheulender, sich nähernder Motorenlärm, dramatische Orchestermusik. Vier Männerstimmen skandieren ausgelassen Die Fäulnis triumphiert! Die Fäulnis triumphiert! Die Fäulnis triumphiert! Dann ein jäher Schrei, ein lautes Krachen, Aufprallgeräusche, zersplitterndes Glas. Stille. Der Vorhang öffnet sich. Eine sommerliche Landschaft in glühender Nachmittagshitze. Jumfs, Oellers, Kronacher und Waldheim – weit über siebzig Jahre alte Männer in gedeckten Herrenanzügen – am Straßenrand.
Neben den Alten, unter einer Linde, das rauchende Wrack einer deutschen Limousine. Im Hintergrund erstreckt sich der Tegernsee. Die Männer verharren bewegungslos im Schatten des Baumes inmitten eines Haufens leerer Bierflaschen. Waldheim und Oellers sitzen, Kronacher steht neben dem Autowrack. Die drei sind nur leicht lädiert. Etwas abseits, in der prallen Sonne, lang ausgestreckt auf dem Rücken liegend, der schwer verletzte Jumfs. Er röchelt leise.
----Bühnenbild Aquarellskizze Videoshot iPhoto ----
Nachdem die Alten etwa zwanzig Sekunden in ihren Positonen verharren, beobachtet der am Boden kauernde Waldheim den neben ihm hockenden Oellers, der eine leere Bierflasche gegen das Licht hält. Dann dreht sich Waldheim nach dem neben ihm stehenden Kronacher um, der kopfschüttelnd in das Innere des Autowracks schaut. Dabei bemerkt Waldheim den röchelnden Jumfs.


Waldheim
Wir sollten, denke ich doch, umgehend den Sicherheitsdienst verständigen.

Oellers
Ich habe getrunken.

Kronacher sich an Waldheim wendend
Ich lehne es ab, für bestimmte, mit dem Einsatz der Behörde in die Wege geleiteten Eventualitäten, auch nur die geringste Verantwortung zu übernehmen.

Oellers lässt die leere Bierflasche fallen
Wie gesagt, ich habe getrunken, aber ich habe keine Erklärung.

Kronacher
Das ist ja sehr interessant

Waldheim den röchelnden Jumfs betrachtend
Jumfs?
Können Sie mich hören? Haben Sie vielleicht eine Erklärung?

Jumfs hustend
Wie bitte?

Waldheim
Erinnern Sie sich? Artur?

Jumfs hustend
Wie bitte? Mein Kopf

Waldheim erhebt sich und schaut mit Kronacher in den Fond des Autowracks
Diese Hitze!

Kronacher
Was sagen Sie, Waldheim?

Waldheim
Jumfs, im Wagen, nicht wahr? Auf dem Weg zum Tegernsee: „Diese Hitze!“ Erinnern Sie sich?
(...)


Drittes Bild des Stücks ALTENREGATTA hier

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Freitag, 1. Juni 2007
WAS HEISST HIER WELTERFOLG? – STÜCK
(...)

D U R C H R U F / I N S P I Z I E N Z
Die Herren der Technik. Bitte auf die Bühne
Die Herren der Technik bitte
Umbau zum letzten Bild

Luger betrachtet das Pferd

L U G E R
Das letzte Bild
Der reitende Bote des Königs,
die Begnadigung.
Zuerst wird dieser Mörder vorgeführt
und dann begnadigt.
Das Pferd,
das Pferd,
das ist der Schlüssel,
der Schlüssel zu dieser Oper,
diesem einzigen deutschen Welterfolg
im 20. Jahrhundert.
Die Dreigroschenoper
Musik und Text von Bert Brecht und Kurt Weill,
Uraufführung
31. August 1928
Und es war kein Erfolg!

schiebt den Flügel in die Nähe des Pferdes

L U G E R
Das ganze Stück, die Aufführung war Dreck.
Hingeschmierter Rotz,
zusammengestohlen
aus dem Misthaufen der Weltgeschichte.
Vierhundert Jahre alte Texte übers Aufhängen
Entnommen
einer klassischen Henkersatire,
in der der Tod
den Narren prellt.
Dazwischen die legendären Operettenlieder,
der falsche Witz
die Quart ersetzt
durch Zwölftonterzen, billig,
ohne Harmonie.
Busoni hat es vorgemacht!

singt

L U G E R
Na nanaaa, na na naaaaa, (Wiener Blut)
Naa nanaa naaaa, na nana naa naaaa (Ballade von Mackie Messer)

Den schnellen Walzer verkehrt in den angejazzten Marsch
Wiener Blut in Chicago.
Ein billiges, verhunztes Plagiat
Nein!

L U G E R
Es war kein Erfolg
Sie haben gejohlt.
Die Leute haben gejohlt.
Gejohlt.
Das ganze Theater! Ein einziger Schrei!
Da capo! Capo!
Capo! Kapo.
Kappo!
Rathenau erschlagen!
Die Gefängnisse voller anständiger Leute, und
die Mörder liefen frei herum.
Und im Parkett
schrie sich der bürgerliche Abschaum
Berliner Kriegsgewinnler
die aufgepeitschte Seele aus dem Leib

schlägt auf das Pferd ein

L U G E R
Die Gangster sitzen im Parkett
Nicht auf der Bühne!
Und johlen und singen und jubeln sich
zu. Unfaßbar!
Muß er gedacht haben.
Unmöglich.

stellt sich vor das Pferd

L U G E R
Sie sehen sich im Spiegel
und kreischen vor Vergnügen über ihre
Schlechtigkeit. Macheath,
der Mackie Messer,
ist ein gewissenloser Mörder, ein dummer Dreckskerl
Und sie machen sich ihren Helden aus ihm.
Sie finden ihn gut. Sie machen den Schurken zu ihrem Helden.
Wie sie sich
fünf Jahre später
den Hitler zu ihrem
Helden gemacht
haben.

versucht das Pferd umzuwerfen

L U G E R
Es war kein Erfolg
Es war eine Katastrophe

schiebt das Pferd ins Rampenlicht

L U G E R
Sie sehen die Gangster auf der
Bühne und ihre dreckigen Geschäfte
Und sie haben sie auf der Stelle verstanden!
Da capo, da capo
Der Saal tobt. Der Saal tobt.
Und sie haben nichts verstanden.
Gar nichts. Einen Dreck.
Einen Dreck.

schlägt auf den Flügel ein

L U G E R
Sie wollten provozieren!
Sie haben sich geirrt.

schiebt das Pferd gegen den Flügel

L U G E R
Die Herren haben sich geirrt.
Alle.
Herr Kraus hat sich geirrt.
Herr Dessau, Kortner, Ihering,
die bei den Proben saßen, und
sehen konnten
wie sich der Brecht da seine Oper schnell
schnell zusammenbraut.
Und auch der Regisseur hat sich geirrt.
Am gründlichsten hat sich der Regisseur geirrt,
der Jungstar Brecht, der machen konnte was er wollte.
Sie wollten dem Berliner Pöbel,
den geldgeilen Gois ihre geldgeile
Farce vors Gesicht halten, damit sie
erschrecken und damit sie das Maul halten.
Aber der Berliner Pöbel, der neureiche Berliner Pöbel
hat ihnen ihr Spiegel-
bild aus der Hand gerissen und aus der Farce
sein eigenes Libretto gemacht.

wirft die Notenständer gegen das Pferd

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